Olympisches Feuer auf dem Weg:
Griechenland übergibt an China
30. Mrz 2008 15:34, ergänzt 16:22
 |  Vorbereitungen für die Ankunft des Olympischen Feuers in Peking 2008 | Foto: AP |
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In der Hoffnung, «dass die Nachricht des Friedens durch die ganze Welt geht», wurde die Olympia-Fackel an die Organisatoren der Spiele übergeben. Kritiker und Demonstranten wurden schlicht ausgesperrt.
Begleitet von starken Sicherheitsmaßnahmen und China-kritischen Protesten ist das Olympische Feuer am Sonntag in Athen an die Organisatoren der Spiele von Peking übergeben worden. Die letzte Fackel mit dem Olympischen Feuer brachte die griechische Dreispringerin und Silbermedaillengewinnerin von 2004, Chryssopigi Devetzi, ins Panathinaikon Stadion im Zentrum Athens. «Griechenland übergibt das Feuer an China mit der Hoffnung, dass die Nachricht des Friedens durch die ganze Welt geht», sagte der Präsident des griechischen Olympischen Komitees (EOE), Minos Kyriakou, bei der Übergabe. Unterdessen sind die Sicherheitsmaßnahmen in Peking für die Ankunft des Feuers am Montag aus Angst vor Protestaktionen noch einmal verschärft worden.
An der Feier im marmornen Panathinaikon Stadion nahmen etwa 10.000 Zuschauer teil. Die Polizei nahm vor dem Stadion zwölf Aktivisten vorübergehend fest, die bei der Ankunft des Feuers Parolen («Befreit Tibet») riefen und tibetische Fahnen schwenkten. Die Zeremonie selbst wurde nicht gestört. «Im Namen der 1,3 Milliarden Menschen von China möchte ich mich bei den Griechen für die Unterstützung für die Spiele von Peking bedanken», sagte der Präsident des Pekinger Organisationskomitees (BOCOG), Liu Qi.
Kein Platz für ausländische Journalisten
Aus Sorge vor Protesten begrenzten die Olympia-Organisatoren kurzfristig die Zahl der ausländischen Journalisten, die an diesem Montag bei der einstündigen Zeremonie auf dem streng abgeriegelten Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) zugelassen werden. «Aus Sicherheitsgründen ist der Platz kurzfristig eingeschränkt worden», hieß es beim BOCOG. 24 ausländische Medien, die feste Zusagen für die Berichterstattung hatten, darunter die Deutsche Presse-Agentur dpa, wurden von der Liste gestrichen. Nach der Störung bei der Entfachung des Olympischen Feuers in der antiken Stätte von Olympia in Griechenland durch Angehörige der Organisation «Reporter ohne Grenzen» vor einer Woche befürchten die Behörden in Peking offenbar ähnliche Aktionen. Der Zeitplan für die Feier auf dem Platz des Himmlischen Friedens, dem Schauplatz der blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung 1989, wurde bis Sonntag geheim gehalten. Exiltibetische Gruppen hatten entlang des Weges der Fackel zu Demonstrationen gegen das chinesische Vorgehen in Tibet aufgerufen. Auch Menschenrechtsgruppen und Kritiker der Rolle Chinas in der Flüchtlingstragödie in Darfur im Sudan wollten protestieren.
Fackel auf´s Dach der Welt
Die olympische Fackel kommt mit einem Flugzeug der chinesischen Fluggesellschaft Air China nach Peking. Vom Flughafen wird die Flamme in einem Fahrzeug zum Tian'anmen-Platz gebracht. Zum längsten Fackellauf in der olympischen Geschichte bricht die Flamme schon am Dienstag nach Almaty in Kasachstan auf. Von dort geht die Reise nach Istanbul und St. Petersburg. Während diese Stationen als unproblematisch gelten, werden größere Proteste erwartet, wenn das Feuer am 6. April in London eintrifft. Auf seiner insgesamt 137.000 Kilometer langen Reise kehrt das Olympische Feuer am 4. Mai nach Peking zurück und reist über die folgenden drei Monate durch mehr als 100 chinesische Städte. Im Mai soll die Fackel sogar auf den Gipfel des Mount Everest getragen werden. Da Exiltibeter beklagen, dass Peking mit dem Fackellauf durch Tibet und auf den höchsten Berg der Erde seinen Machtanspruch über das größte Hochland der Erde bekräftigen will. (dpa)