Netzeitung Logo
 
Aktuelles   »  Sport   »  Olympia 2008
DruckenVersenden
 

Olympia in der Diskussion : 

Rogge gegen dauerhaften Olympia-Standort

27. Mrz 2008 17:05
Sportliches Erbe als Hauptziel: IOC-Präsident Jacques Rogge
Bild vergrößern
Nach den Diskussionen um die Vergabe der Spiele nach Peking hat sich der IOC-Präsident nun explizit gegen einen gleichbleibenden Olympia-Ausrichter ausgesprochen. In China reagiert man unterdessen dünnhäutig auf die Kritik aus dem Ausland.

Jacques Rogge bleibt cool, nur die Olympia- Gastgeber in Peking werden langsam verstimmt. Nach den Dauerdiskussionen der vergangenen Tage reagierte das chinesische Außenministerium am Donnerstag sehr unterkühlt auf die Protest-Überlegungen einiger Politiker, und der IOC-Präsident schloss einen permanenten Gastgeber des Olympia-Spektakels aus. «Die Flamme muss reisen», sagte Rogge der Pariser Sportzeitung «L'Équipe» (Donnerstag). Polens Premierminister Donald Tusk hat unterdessen als erster Regierungschef angekündigt, wegen der Situation in Tibet der Eröffnungsfeier fernbleiben zu wollen.

«Ob jemand eine Einladung annimmt oder nicht, liegt in der Verantwortung der jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees», sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Qin Gang. Das Außenministerium nannte Tibet «innere Angelegenheit» und verwahrte sich erneut gegen jede ausländische Einmischung. Außerdem werde die Einladung zur Zeremonie am 8. August gemeinsam vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den Olympia-Organisatoren in Peking (BOCOG) an die NOK's geschickt, die sie ihrerseits an Staatsoberhäupter oder andere Polit-Prominenz weiterleiten würden.

Verantwortungslos und blauäugig

Auch Rogge musste zuletzt viel Kritik für sein langes Schweigen einstecken. Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International hat am Donnerstag das IOC und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wegen derer Reaktion auf die blutigen Unruhen in Tibet scharf angegriffen. «Die Sportverbände machen sich keine ernsthaften Gedanken darüber, wie die Menschenrechtslage in Tibet verbessert werden kann», sagte Dirk Pleiter von der deutschen Amnesty-Sektion den «Ruhr Nachrichten», «sie setzen darauf, dass Olympische Spiele automatisch die Kraft des Guten sind. Das ist verantwortungslos und blauäugig.»

Von der Überlegung, einen gleichbleibenden Olympia-Ausrichter als Symbol des Traditionellen zu etablieren, hält Rogge trotzdem nichts. «Seit langem ist unser Hauptziel das sportliche Erbe, das dem ausrichtenden Land überlassen wird», sagte der Ober-Olympier. In Seoul, Sydney oder Barcelona könne die Jugend jetzt die alten Olympia-Anlagen nutzen.

«Und dann gibt es das Finanzproblem», meinte der Belgier. Die Auftrittsmöglichkeiten der internationalen Sponsoren entsprächen nicht mehr den verlangten Geldern. Deswegen würde «die finanzielle Umverteilung an die 204 Staaten, die an den Spielen teilnehmen, schnell austrocknen». Es fiele dem IOC auch schwer, jedem Land einen Finanzierungsanteil zuzuweisen. «Und glauben Sie, es würden 25.000 Journalisten an den Spielen teilnehmen, wenn sie alle vier Jahre am selben Ort stattfänden? Die Leute wollen andere Städte, andere Kontinente kennenlernen.» (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Olympia Bilderschauen
Zu weiteren Olympia Bilderschauen
  •   Nationen
  • Gold
  • Silber
  • Bronze
  •   1.CHNChina
  • 51
  • 21
  • 28
  •   2.USAUSA
  • 36
  • 38
  • 36
  •   3.RUSRussland
  • 23
  • 21
  • 28
Zur Übersicht
Fakten, Fakten, Fakten
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Zur Autogazette
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.