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Innenminister fordert Verbesserungen im System: 

Schäubles kritische Olympia-Bilanz

30. Sep 2008 17:02
Wolfgang Schäuble (r.) mit DOSB-Präsident Thomas Bach
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Besonders in den Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik sieht der für den Sport zuständige Minister nach den Enttäuschungen in Peking Verbesserungspotenzial. Auch die Fördergelder sollen besser eingesetzt werden.

Innenminister Wolfgang Schäuble hat die Leistung des deutschen Olympia-Teams kritisch bewertet und Reformen für die Spiele 2012 in London gefordert. Das Abschneiden der deutschen Olympia- Mannschaft, die mit 16 Goldmedaillen Platz fünf in der Medaillenwertung belegt hat, sei für viele Sportler und Experten eine Enttäuschung gewesen, erklärte der auch für den Sport zuständige CDU- Politiker am Dienstag der «Zeit online». «Das ist richtig, und dass wir in der Medaillen-Statistik einen Platz besser sind als vor vier Jahren in Athen, verpackt das Problem nur», betonte Schäuble und versprach eine genaue Analyse durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

In der Leichtathletik und im Schwimmen hätten reihenweise deutsche Athleten nicht einmal annähernd ihre Saisonbestleistung erreicht. «Das kann bei einzelnen Athleten mal vorkommen, aber wenn es in ganzen Disziplinen passiert, sagen Experten, auf die ich höre, dass da was im Training nicht stimmen kann. Es gibt eine Menge, was wir verbessern können», stellte Schäuble fest.

Finanzen und Trainer

Ein Schwerpunkt sei die Trainer-Problematik. «Auch das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig muss mehr genutzt werden», sagte Schäuble, der sich eine Optimierung des Sport-Fördersystems wünscht. «Selbstverständlich dränge ich darauf, dass die Steuergelder effizient eingesetzt werden», so der Innenminister weiter und nahm gleichzeitig die deutsche Wirtschaft in die Pflicht. «Die Wirtschaft sollte begreifen, dass für die Motivation und Leistungsbereitschaft unseres Landes, Erfolge im Sport ungeheuer wichtig sind.»

Schäuble zeigte sich zudem beunruhigt über die Führungskrise in der Stiftung Deutsche Sporthilfe, deren Chefin Ann Kathrin Linsenhoff nach nur knapp neun Monaten im Amt am vergangenen Freitag zurückgetreten ist. «Diese Auseinandersetzungen erfüllen auch mich mit großer Sorge», meinte der Sport-Fan. Im Interesse des Leistungssports müsse eine «gute, rasche und so weit wie möglich einvernehmliche Lösung», gefunden werden. «Ich sehe keine Alternative zu einer leistungsfähigen Sporthilfe, die ohnehin in einer schwierigen Phase ist», sagte Schäuble. (dpa)

 
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