21.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Stab liegt rechts unten: Wechselfehler der 4x100-Meter-Staffel der US-Frauen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nun ist Jamaika kaum noch zu schlagen: Sowohl die Männer- als auch die Frauenstaffel der USA über 4x100-Meter schieden wegen Wechselfehlern aus. Die deutschen Staffeln qualifizierten sich fürs Finale.
Die Sprint-Nation USA hat bei den Olympischen Spielen in Peking ein Debakel erlebt. Nach dem überraschenden Staffel-Aus der Männer und Frauen reisen die Amerikaner um den enttäuschenden Dreifach-Weltmeister Tyson Gay ohne Gold über 100 und 200 Meter sowie über 4 x 100 Meter aus Peking ab. Usain Bolt hatte zweimal Einzel-Gold für Jamaika erkämpft; auch die Sprintstaffeln von der Karibik-Insel gehen am Freitag als Top-Favoriten ins Finale.
Deutsche im FinaleBeide deutschen Sprintstaffeln über 4 x 100 Meter haben dagegen überraschend das Finale erreicht. Ein Männer-Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) war letztmals vor 20 Jahren in einem Endlauf vertreten. Mit der drittbesten Zeit im zweiten Halbfinale (38,39 Sekunden) schafften Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg), Till Helmke (Friedberg- Fauerbach), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und der Chemnitzer Martin Keller am Donnerstag den Sprung ins Finale der besten acht Staffeln. «Wir haben unser erstes Ziel erreicht. Nun können wir morgen angreifen», meinte der deutsche Sprintmeister Unger.
20 Minuten später qualifizierte sich auch die deutsche Frauenstaffel für den Endlauf über 4 x 100 Meter. Anne Möllinger (Mannheim), Verena Sailer (Fürth/München), Cathleen Tschirch (Hameln) und Marion Wagner (Mainz) schafften als Dritte ihres Halbfinales in 43,59 Sekunden die große Überraschung. Mit der Weltjahresbestzeit von 42,24 Sekunden geht das favorisierte Jamaika-Quartett am Freitag als haushoher Gold-Favorit ins Finale.
Supermacht JamaikaBei den Männern kam das favorisierte Quartett Jamaikas (38,31) auch ohne Doppel-Olympiasieger Usain Bolt, der für das Finale am Freitag geschont wurde, locker auf die zweitbeste Zeit hinter Trinidad & Tobago (38,26). Wegen eines Wechselfehlers steht erstmals seit den Sommerspielen 1988 in Seoul kein US-Quartett im Endlauf über 4 x 100 Meter. Auch die US-Frauen patzten beim Stabwechsel. Bei den Männern schied Athen-Olympiasieger Großbritannien im zweiten Semifinale ebenfalls wegen eines Wechselfehlers aus. (dpa)