17.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Olympiasieg über 100 Meter: Shelly-Ann Fraser
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Einen Tag nach dem unglaublichen Sieg von Usain Bolt haben die Sprinterinnen aus Jamaika noch einen drauf gelegt und sämtliche Medaillen über 100 Meter abgeräumt. Zuvor war im Rennen über 3000 Meter Hindernis der Frauen eine Schallmauer gefallen.
Jamaikas Sprint-Blitze Usain Bolt und Shelly-Ann Fraser haben mit historischen 100-Meter-Siegen für die Knalleffekte gesorgt, die Energie der deutschen Asse ist am ersten olympischen Leichtathletik-Wochenende in Peking dagegen verpufft. 24 Stunden nach dem Fabelweltrekord von Bolt in 9,69 Sekunden stürmte am Sonntag die ebenfalls 21 Jahre alte Fraser als Erste ins Ziel und versetzte die ganze Karibik-Insel in einen Freudentaumel. «Zu Hause flippen alle aus», jubelte Fraser, nachdem sie vor 91.000 Zuschauern in 10,78 Sekunden am Ziel ihrer Träume war.
Galkina läuft WeltrekordDie schwarz-grün-gelbe Reggae-Party im «Vogelnest» machten Sherone Simpson und Kerron Stewart perfekt, die sich Silber nach Fotofinish in 10,98 Sekunden teilten. Erstmals seit der Premiere 1928 gab es bei den Frauen im 100-Meter-Finale einen «flotten Dreier». Eine Stunde zuvor hatte die Russin Gulnara Galkina-Samitowa bei der Olympia- Premiere der Frauen über 3000 Meter Hindernis eine weltrekordreife Leistung geboten: In 8:58,81 blieb sie als Erste unter neun Minuten.
Bekele zieht mit Haile gleichMit dem zweiten Olympiasieg über 10 000 Meter zog Äthiopiens Langstrecken-Held Kenenisa Bekele mit seinem großen alten Vorbild Haile Gebrselassie gleich: Bei 27:01,17 Minuten blieb die Uhr stehen, als der 26-Jährige im Ziel war. Gebrselassie wurde Sechster; der 35- Jährige will beim Berlin-Marathon im September als Erster unter 2:04 Stunden laufen. «Dafür war das eine gute Vorbereitung», sagte er.
Die Sportwelt staunte am Super-Samstag über den schnellsten Mann auf Erden: Der 21-jährige Bolt ließ Richard Thompson (Trinidad & Tobago) und Walter Dix (USA) weit hinter sich - noch nie war ein Mensch unter 9,70 Sekunden geblieben. «An den Weltrekord habe ich überhaupt nicht gedacht. Ich wollte heute gewinnen und Olympiasieger werden - sonst nichts», sagte Bolt.
Markus Esser verpasst FinaleHammerwerfer Markus Esser hatte den Dreh nicht raus: 53 Zentimeter fehlten dem Leverkusener zum Finale der besten Acht. 2000 in Sydney in der Qualifikation gescheitert, vor vier Jahren in Athen Elfter - Platz neun mit 77,10 Metern konnte Esser nicht versöhnen. «Der neunte Rang ist der undankbarste überhaupt. Das ist nicht das, was ich erhofft hatte, aber warum soll ich sauer sein», sagte er. Stolz kann 1500-Meter-Läufer Carsten Schlangen auf seine Leistung sein: Dem Berliner fehlten nach einem couragierten Lauf gerade einmal zwei Zehntelsekunden zum Finale.
Gold für Rumänien und KamerunGefeierte Marathon-Siegerin wurde die 38 Jahre alte Rumänin Constantina Tomescu in 2:26:44 Stunden vor der Kenianerin Catherine Ndereba, die im Schlussspurt die Chinesin Zhou Chunxiu auf Rang drei verwies. Weltrekordlerin Paula Radcliffe weinte bittere Tränen: Die Britin landete nur auf einem enttäuschenden 23. Platz. Melanie Kraus wurde als beste Deutsche 38. - und freute sich. Olympiasieger im Hammerwerfen wurde der Slowene Primoz Kozmus (82,02 Meter). Im Dreisprung der Frauen wiederholte Francois Mbango Etone aus Kamerun mit sehr guten 15,39 Metern ihren Olympiasieg von Athen. (dpa)