17. Aug 2008 10:49
Es ist vollbracht: Michael Phelps hat das Unmögliche möglich gemacht und während der Spiele von Peking acht Goldmedaillen gewonnen. Das bringt dem Schwimmer einen ganz dicken Eintrag in die Geschichtsbücher - und eine Menge Geld.
Die Peking-Spiele sind seine Spiele. Mit 14 Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet der Olympia-Geschichte, hat sich Phelps durch seine unglaubliche Goldsammlung von Afghanistan bis Zypern einen Namen gemacht. Dabei ist die Bonuszahlung seines Sponsors (Speedo) für die acht Olympiasiege in Höhe von einer Million Dollar nur ein Taschengeld. US-Marketing-Experten schätzen, dass die sportlichen Großtaten und sein Image als «bodenständiger Übermensch», wie der US-TV-Gigant NBC seinen Quotenbringer verkaufte, Michael Phelps mindestens 25 Millionen Dollar einbringen.Zahlen lügen nicht. Sieben Weltrekorde hat er verbessert, 17 Starts in acht Tagen abgeliefert, gefühlte 800 Interviews gegeben, und selbst die geschätzten 40 Dopingtests, die er seit der US- Olympia-Qualifikation Ende Juni über sich ergehen lassen musste, sind rekordverdächtig. «Ich war zwischendurch sehr erschöpft. Das Entscheidende war die Regeneration. Ich habe sehr viel geschlafen, viele Eisbäder, Massagen, nur so ging es», schilderte Phelps, «es war wie eine Achterbahnfahrt, die nur nach oben ging.»
So richtig frei hat er sich nur im olympischen Dorf gefühlt. Dirk Nowitzki hat er getroffen, Roger Federer angehimmelt, dabei wurde und wird er selbst vergöttert. «Damit habe ich Schwierigkeiten», gab Phelps zu. Er wird sich dran gewöhnen müssen. US-Legende Mark Spitz wird auch heute noch beinahe täglich zu seinen sieben Goldmedaillen bei den Spielen 1972 in München befragt. «Episch» nannte Spitz die Leistung seines Nachfolgers, «wenn ich der erste Mensch auf dem Mond war, ist Michael der erste auf dem Mars.»Die Weltpresse überschlug sich nach den Phelps-Festspielen. «Der olympische Gott», titelte die französische Zeitung «Nouvel Oberservateur». Das chinesische Sportblatt «Titan» ernannte den «fliegenden Fisch» sogar zur «königlichen Hoheit», und die argentinische Zeitung «Olé» schrieb: «Er schwimmt nicht, er fliegt.» Der «Barracuda aus Baltimore», so «El Mercurio», die größte Zeitung Chiles, wird zum «olympischen Sonderbotschafter» (New York Times).