Berlinerin gewinnt in 100 Meter Freistil:
Britta Steffen ist ein Goldfisch!
15. Aug 2008 07:17, ergänzt 08:52
 |  Freut sich zu Recht: Britta Steffen | Foto: dpa |
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Sie hat es allen gezeigt: Die Berlinerin Steffen strahlte vor Glück und sprach von einem «Wahnsinnsgefühl» – und das nach einer grandiosen Aufholjagd. US-Star Phelps holte sich sein sechstes Gold.
Britta Steffen hat sich ihren Traum vom Gold erfüllt und den deutschen Schwimmern den ersten Olympiasieg seit 1992 beschert. Nach 50 Metern noch Letzte schlug die Berlinerin am Freitag in Peking über 100 Meter Freistil in 53,16 Sekunden als Erste vor der australischen Favoritin Lisbeth Trickett an und sprach danach von einem «Wahnsinnsgefühl».
Für Chef de Mission Michael Vesper war das achte Gold in Peking «eine späte Genugtuung für das deutsche Schwimmen». Als letzte DSV-Starterin hatte Dagmar Hase vor 16 Jahren in Barcelona ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden. US-Star Michael Phelps setzte seine Rekordjagd am siebten Wettkampftag der Spiele über 200 Meter Lagen mit dem sechsten Gold fort. Insgesamt hat der Amerikaner nun zwölf Olympiasiege errungen. Als erster Medaillengewinner in Peking wurde der nordkoreanische Schütze Kim Jong-Su des Dopings überführt.
Schütze muss Medaillen zurückgeben: gedopt
Phelps verbuchte beim sechsten Start in 1:54,23 Minuten auch den sechsten Weltrekord. Beim amerikanischen Doppelsieg über 200 Meter Rücken holte Ryan Lochte in der Weltrekordzeit von 1:53,94 Minuten Gold vor Aaron Peirsol. Rebecca Soni aus den USA verwies in 2:20,22 Minuten über 200 Meter Brust die Australierin Leisel Jones mit Bestzeit auf Platz zwei. Der deutsche Rekordhalter Rafed El-Masri (Berlin) schwamm in 22,09 Sekunden über 50 Meter Freistil am Finale vorbei. Schützengold im olympischen Liegend-Match mit dem Kleinkaliber-Gewehr gewann der Ukrainer Artur Aywasija. Die beiden deutschen Starter Maik Eckhardt und Michael Winter hatten als 24. und 31. mit der Entscheidung nichts zu tun.
Dem zweifachen Medaillengewinner Kim Jong-Su wurde die Einnahme des verbotenen Betablockers Propranolol nachgewiesen. Der Schütze muss nach IOC-Angaben Silber aus dem Wettbewerb mit der Freien Pistole sowie Luftpistolen-Bronze zurückgeben. Auch die Turnerin Thi Ngan Thuong Do aus Vietnam wurde positiv getestet. Damit erhöhte sich die Zahl der Dopingfälle bei den Spielen auf vier.
Viel Glück für Unger
Einen mäßigen Start erwischten die deutschen Leichtathleten in Peking. Kugelstoßer Peter Sack verfehlte das Finale mit einer Weite von 20,01 Metern um zwei Zentimeter und scheiterte wie vor vier Jahren in Athen bereits in der Qualifikation. Europameister Ralf Bartels hatte wegen einer Wadenverletzung seinen Start absagen müssen. Mit viel Glück überstand Tobias Unger die Vorläufe über 100 Meter. In schwachen 10,46 Sekunden kam der deutsche Meister als letzter gerade noch in die Zwischenläufe. Nicht gut lief es für Lilly Schwarzkopf zum Auftakt des olympischen Siebenkampfes. Mit mäßigen 13,73 Sekunden über 100 Meter Hürden reichte es für die Medaillen-Hoffnung nur zu Platz 19. Beste Deutsche nach der ersten Disziplin war Sonja Kesselschläger als Achte. (dpa)