In der Rekordspur: 

netzeitung.dePhelps schreibt Olympiageschichte

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Nur noch fünf: Überflieger Phelps hat schon drei Goldene (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nur noch fünf: Überflieger Phelps hat schon drei Goldene
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach drei Starts hat Michael Phelps drei goldene Olympiamedaillen gewonnen - acht sollen es werden und die Weltrekorde fallen nebenbei. Es war im Watercube der Tag der Amerikaner, aber auch Paul Biedermann sorgte für einen Rekord.

Michael Phelps hat in Weltrekordzeit mit seinem dritten Gold Olympiageschichte geschrieben. Am Tag der Amerikaner schwamm der Superstar in 1:42,96 Minuten über 200 Meter Freistil im dritten Finale von Peking zum dritten Sieg und steht mit insgesamt neunmal Olympiagold auf einer Stufe mit den Leichtathletiklegenden Paavo Nurmi und Carl Lewis, der Turnerin Larisa Latynina und seinem Landsmann Mark Spitz. «Das ist ganz sicher eine Ehre. Echt, das ist ziemlich aufregend», sagte Phelps. Niemand zweifelt mehr daran, dass der 23 Jahre alte Sunnyboy bei acht geplanten Starts den Rekord von Spitz mit siebenmal Gold 1972 in München brechen und die Marke auf 14 Goldmedaillen schrauben wird. Paul Biedermann blieb im Duell mit Phelps trotz deutscher Rekordzeit nur Rang fünf.

Der 22-Jährige aus Halle/Saale freute sich über seine Bestzeit von 1:46,00 Minuten. «Es hat Spaß gemacht, hier zu schwimmen», stellte er fest. In die Medaillenspur konnte er die arg gebeutelten deutschen Schwimmer nicht führen. Am Dienstag sahnten die Amerikaner richtig ab: Dreimal Gold mit zwei Weltrekorden in vier Finals, dazu noch zweimal Silber und einmal Bronze. Die Deutschen nur einmal im Finale vertreten - das sind zwei verschiedene Ligen.

Schlechte Leistungen, bange Zukunft
Die Athleten des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) schwimmen indes auch um ihre finanzielle Zukunft. Ausstatter adidas könnte bei anhaltend schlechten Leistungen und öffentlicher Kritik der Athleten am Schwimmanzug aus dem laufenden Vertrag aussteigen. Dass adidas den 2009 auslaufenden Vertrag, der dem DSV seit 2006 jährlich rund eine Million Euro bringt, verlängert, ist schon jetzt unwahrscheinlich.

Siegertyp Phelps ließ auf dem Weg zum ersten Olympiasieg eines Amerikaners über 200 m Freistil seit Montreal 1976 nichts anbrennen. Größte Motivation für ihn war der dritte Platz von Athen 2004. Phelps: «Ich hasse Niederlagen, das treibt mich an.» Silber holte in 1:44,85 Minuten der Südkoreaner Tae Hwan Park. Wie Spitz (9-1-1) hat Phelps (9-0-2) jetzt elf Olympiamedaillen gewonnen. Für sein enormes Arbeitspensum von Peking hält er sich mit einem einfachen Rezept fit: «Pasta und Pizza und lange schlafen.»

Biedermann war beeindruckt: «Ich habe gehört, dass man bis 30 schwimmen kann. Wenn er sich bis dahin immer steigert, dann gute Nacht Marie.» Schwimmer wie Phelps haben für ihn schon bei den Rahmenbedingungen einen nicht wettzumachenden Vorteil: «Er kann sich ganz auf den Sport konzentrieren. Das ist leider in Deutschland nicht möglich.» Hier der Werbemillionär, da der Halbamateur. Biedermann entwickelt aber keine Neidgefühle. Er war mit sich zufrieden. «Das Becken ist schnell. Wenn man wirklich vorbereitet ist, hat man ein gutes Gefühl, hier zu schwimmen.»

Auch Peirsol mit Weltrekord
Phelps muss den Goldauftrag der USA nicht alleine abarbeiten. Mit Weltrekord Nummer zehn schwamm Aaron Peirsol in 52,54 Sekunden zum Sieg über 100 m Rücken. Gold über 100 m Rücken der Frauen ging in 58,96 Sekunden wie in Athen 2004 an Natalie Coughlin. Allein die australische Weltrekordhalterin Leisel Jones konnte über 100 m Brust in 1:05,17 Minuten die amerikanische Goldkette durchbrechen.

Die Britin Gemma Spofforth schwamm als Vierte über 100 m Brust in 59,38 Sekunden Europarekord. Europarekord Nummer zehn markierte der Russe Nikolai Skworzow in 1:54,31 Minuten im Halbfinale über 200 m Schmetterling. Schnellster war, der in 1:53,70 Minuten locker seinen vierten Finalplatz buchte. (dpa)