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Doping: 

Olympia-Aus für Thanou

10. Aug 2008 12:01, ergänzt 13:14
Für Ekaterina Thanou sind die Spiel vorbei
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Das Internationale Olympische Komitee sperrt die griechische Sprinterin Ekaterina Thanou für die Spiele in Peking. Ihr Anwalt droht nun mit Schadenersatzforderungen.

Sprinterin Ekaterina Thanou darf bei den Olympischen Spielen in Peking nicht starten. Diese Entscheidung des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gab IOC-Sprecherin Giselle Davies am Sonntag in der chinesischen Hauptstadt bekannt.

Mit dem Ausschluss zog das IOC die Konsequenz aus dem Skandal bei den Sommerspielen 2004 in Athen. «Frau Thanou hat großen Schaden angerichtet. Dadurch wurde nicht nur das IOC, sondern die gesamte olympische Bewegung beschädigt», hieß es in der Begründung der Disziplinarkommission des IOC unter dem Vorsitz des deutschen Juristen Thomas Bach. Die Sprinterin kann gegen diese Entscheidung den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) anrufen.

Motorradunfall vorgetäuscht

Vor vier Jahren hatten sich die heute 33-Jährige und ihr Landsmann Kostas Kenteris einem Doping-Test entzogen und einen Motorradunfall vorgetäuscht. Beide gaben daraufhin ihre Olympia-Akkreditierung zurück und entzogen sich damit einer möglichen Sanktionierung durch das IOC. Deshalb hatte sich das IOC vorbehalten, vor einer erneuten Zulassung von Thanou, die sich in Griechenland über 100 Meter für Peking qualifizierte, ein Disziplinarverfahren zu eröffnen.

Ekaterina Thanou wurde für die unmittelbar vor den Athen-Spielen verweigerte Doping-Kontrolle vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) für zwei Jahre gesperrt. Dagegen beendete Kenteris, 200-Meter-Olympiasieger von 2000, seine Karriere. «Wir haben den Fall in mehreren Sitzungen in der Exekutive sorgfältig geprüft», erklärte IOC-Vizepräsident Bach, «wir haben Ekaterina Thanou und ihren Anwalt eingeladen, persönlich zu erscheinen, aber sie haben es vorgezogen, sich schriftlich zu äußern.»

Thanous Anwalt droht

Da die olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe erst am kommenden Freitag im Nationalstadion beginnen, könnte Thanou bei der Ad-hoc-Kommission des Cas Einspruch gegen den IOC-Entscheid einlegen. «Was mit Blick auf das CAS passieren könnte, ist Spekulation», sagte IOC-Sprecherin Davies. Der Anwalt der griechischen Athletin hatte bereits in der vergangenen Woche gedroht, das IOC auf Schadenersatz verklagen zu wollen. Thanou muss sich in Griechenland am 2. Februar 2009 noch in einem Prozess wegen Meineids im Zuge der Athen-Affäre verantworten.

Noch keine Entscheidung fällte das IOC zur Neuverteilung der in Sydney 2000 über 100 Meter gewonnenen Goldmedaille der US-Sprinterin Marion Jones, die nach ihrem Doping-Geständnis disqualifiziert worden war. Ekaterina Thanou war in Australien Zweite geworden.

Chronologie des Doping-Skandals um Ekaterina Thanou

12. August 2004: Doping-Kontrolleure wollen die griechischen Sprinter Kostas Kenteris und Ekaterina Thanou unmittelbar nach ihrer Ankunft im Olympischen Dorf von Athen testen. Beide sind in der gestellten Zwei-Stunden-Frist unauffindbar.

13. August 2004: Der Olympiasieger und die Europameisterin täuschen einen Motorradunfall vor und entziehen sich weiterer Doping-Tests durch den Aufenthalt in einem Athener Krankenhaus.

18. August 2004: Nach Kenteris hat auch die des Dopings verdächtige Thanou ihren Rückzug von den Spielen in Athen bekanntgegeben. Beide haben dem IOC ihre Akkreditierung zurückgegeben.

18. März 2005: Der griechische Leichtathletik-Verband (SEGAS) spricht Kenteris/Thanou vom Vorwurf des Dopings frei. Es habe nicht der Nachweis erbracht werden können, dass die beiden von den Doping- Kontrolleuren vor den Athen-Spielen regelgerecht zum Test bestellt worden waren.

27. Mai 2005: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF legt beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung gegen den Freispruch für die beiden Athleten durch den griechischen Verband ein.

14. Februar 2006: Im Fall Kenteris/Thanou zieht sich der Vorsitzende CAS-Richter aus dem Verfahren zurück. Richter Yves Fortier begründet den überraschenden Schritt mit fortwährenden Angriffen der Athleten und des griechischen Verbandes gegen ihn.

03. Februar 2007: Thanou gibt ihr Comeback nach zweijähriger Doping- Sperre bei einem Hallen-Meeting in Athen.

31. März 2008: Nach dem Doping-Bekenntnis von US-Sprinterin Marion Jones wird Thanou von der IAAF nachträglich die 100-Meter- Silbermedaille von der Weltmeisterschaft 2001 in Edmonton zuerkannt. Die Griechin war im Sprint Dritte geworden.

14. Juli 2008: Bei einem Meeting auf Kreta erfüllt Thanou die Olympia-Norm über 100 Meter in 11,39 Sekunden und wird vom Nationalen Olympischen Komitee Griechenlands für die Peking-Spiele gemeldet.

10. August 2008: Das IOC verweigert Thanou die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking. Die Disziplinarkommission des IOC begründet dies damit, dass sie die olympische Bewegung mit ihrem Verhalten in Misskredit gebracht habe. (nz/dpa)

 
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