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Ausstrahlung von Chinas Imagefilm: 

Gute Miene zum Olympischen Spiel

06. Aug 2008 14:35, ergänzt 07. Aug 2008 09:59
China bemüht sich um gute Miene
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Die Ambitionen waren hochtrabend, nur an der Umsetzung hapert es aus gutem Grund: Eine Reihe an unglücklichen Ereignissen verzögert die Ausstrahlung eines Image-Werbefilms über China bei CNN und BBC.

Mit einem flotten Werbefilm für internationale Fernsehsender wollte China schon Monate vor Beginn der Olympischen Spiele Imagewerbung betreiben. Doch der erste je von der Regierung in Peking produzierte Werbespot für das Ausland kam nicht zum Einsatz: Darfur, die Proteste in Tibet, Verhaftungswellen und Berichte über die Menschenrechtslage verhinderten die Ausstrahlung. Das Projekt wurde zunächst auf Eis gelegt.

Noch zu Jahresanfang erhoffte sich Peking von den Spielen einen radikalen Imagewandel zu seinen Gunsten. China sollte als moderne und selbstbewusste Wirtschaftsmacht des 21. Jahrhunderts wahrgenommen werden. Dafür wurden keine Mühen gescheut: Rund 40 Milliarden Dollar wurden in neue Infrastruktur investiert. Erziehungsprogramme sollten der ganzen Bevölkerung Gewohnheiten wie das Spucken auf offener Straße abgewöhnen.

Rechtzeitig zur Eröffnung der Spiele am Freitag sollten allein in Peking 40 Millionen Topfpflanzen für blühende Stadtlandschaften sorgen. Inzwischen wird kaum mehr vom ganz großen Imagewandel gesprochen, die Staatsführung hofft nun vor allem auf sichere Spiele ohne größere Zwischenfälle, die dem Bild im Ausland keinen weiteren Schaden zufügen könnten. «Sichere Olympische Spiele sind der größte Indikator für den Erfolg der Spiele», sagte Ende Juli der chinesische Vizepräsident Xi Jinping, das ranghöchste an den Vorbereitungen beteiligte Parteimitglied.

Imagefilm sollte modernes Chinabild zeigen

Die Straßen Pekings haben sich verwandelt: Die neuen Sportstätten, Wolkenkratzer und Straßen sind mit Transparenten und Fahnen behängt, während weit über 100.000 Soldaten, Polizisten und Wachleute in der ganzen Stadt für Ruhe sorgen sollen. Der Imagefilm sollte hingegen eine idyllische Vision der zwei Chinas zeigen: Historische Stätten und die modernen Städte Peking und Shanghai, ohne Smog und mit blauem Himmel natürlich. Ursprünglich sollte der Film schon im Mai weltweit gezeigt werden. Doch dann begann aus Chinas Sicht eine Reihe von unglücklichen Ereignissen.

Regisseur Steven Spielberg stellte wegen Chinas Weigerung, im Darfur-Konflikt Position zu beziehen, seine Mitarbeit an der Eröffnungszeremonie ein. Dann kamen im März die blutig niedergeschlagenen Unruhen in Tibet. Schließlich das verheerende Erdbeben in Sichuan, bei dem knapp 70.000 Menschen ums Leben kamen. Anfangs war die Hoffnung groß: «Damals dachten wir, wir machen Geschichte», sagt ein an der Produktion beteiligter, der nicht namentlich genannt werden wollte. «Sie sagten uns, dass ist das erste Mal, dass China mit der Außenwelt kommuniziert, anstatt darauf zu warten, dass die Welt zu uns kommt.» Doch wegen der aus chinesischer Sicht zu kritischen Berichterstattung in den Weltmedien, wollte Peking diesen Schritt schließlich doch nicht gehen.

«Wir sorgen uns weniger um Menschenrechte»

Zumindest im eigenen Land kann China die öffentliche Meinung kontrollieren. Als Teil der Vorbereitungskampagne zu den Spielen wurde ein olympisches Erziehungsprogramm in mehreren hundert Schulen gestartet: Auch die Kleinsten wissen jetzt um die propagierten Werte der Spiele. «Bei den Olympischen Spielen geht es um Einheit», sagte die 10-jährige Miwei Ruoye, die einer Grundschule in Nanchang besucht, rund 1250 Kilometer südlich von Peking. «Es geht um Frieden und Freundschaft», sagte der elf Jahre alte Klassenkamerad Wan Zhao. Ihr Lehrer Zhang Renzhi fügte stolz hinzu: «Es ist ein internationaler, menschlicher Geist.»

In der chinesischen Öffentlichkeit indes hat sich - wie beim Medienexperten Luo - etwas geändert: Die Welt wird von den Chinesen inzwischen mit Skepsis erwartet. Kritik und Einmischung der Ausländer werden nicht gutgeheißen. Ein ehemaliger Forscher und jetziger Blogger und Geschäftsmann, Wu Jiaxiang, sagte dazu: «Wir sorgen uns weniger um Menschenrechte als andere Länder, dafür aber mehr um die staatliche Souveränität. Das wird bei anderen Ländern ein komisches Gefühl schaffen.» Aber die Olympischen Spiele werden gut für China sein, sagte Wu. (Charles Hutzler, AP)

 
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