Chinesische Behörden schweigen:
Schicksal von Tibet-Aktivisten ungewiss
06.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Über den Aufenthaltsort der vier sei er nicht informiert, sagte Sun Weide, der Sprecher des Olympia-Organisationskomitees. «Ich kenne die Einzelheiten nicht.» Sun forderte Ausländer in Peking auf, sich an chinesisches Recht und Gesetz zu halten.
Nach Berichten von Internet-Bloggern und US-Medien war auf einem der Transparente zu lesen «Tibet will be free» (Tibet wird frei sein), auf dem zweiten «One World One Dream Free Tibet» (Eine Welt, ein Traum, befreit Tibet). Die Gruppe verständigte vor der Aktion den US-Fernsehsender ABC. Einer der beiden, der sich als Ian aus Edinburgh identifizierte, rief die Reporter mit seinem Handy vom Strommasten aus an. Er hoffe, die Aktion sei geeignet, «um einen echten Unterschied zu machen».
Kate Woznow, die Kampagnenleiterin der Tibet-Initiative, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die Mobiltelefone der vier seien abgeschaltet worden. Die «Studenten für ein freies Tibet» planen offenbar weitere Aktionen. Diese sollen «friedlich, einfach und würdevoll» sein.
Bereits zwei Tage vorher hatte es in Peking eine Protestaktion gegeben - allerdings von Chinesen, die die Anwesenheit ausländischer Medien nutzten, um gegen zu geringe Entschädigung für den Abriss ihrer Häuser zu protestieren. In der mehrere tausend Kilometer entfernten Stadt Kashgar im äußersten Westen des Landes hatte es am Montag einen blutigen Zwischenfall mit 16 getöteten Grenzpolizisten gegeben. (dpa)

