Kader für Peking komplett:
DOSB nominiert Tennis-Profi Schüttler
23. Jul 2008 18:35
 |  Nachnominiert: Rainer Schüttler | Foto: dpa |
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Mit dem Erreichen des Halbfinales in Wimbledon hatte der Altmeister des deutschen Tennis für Aufsehen gesorgt, zur Belohnung winkt das Ticket nach Peking. Neben Schüttler ist auch eine Ringerin nachnominiert worden.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Olympia-Nominierung mit zwei Überraschungen abgeschlossen. Unerwartet wurde der Tennis-Profi Rainer Schüttler doch noch für die Olympischen Spiele im August in Peking berücksichtigt. In letzter Sekunde rückte auch die Ringerin Alexandra Engelhardt (Klasse bis 48 kg) ins Olympia-Aufgebot.
Eine Formsache war auf der letzten Sitzung der DOSB-Präsidialkommission vor dem offiziellen Meldeschluss die Nominierung des Schwimmers Rafed El-Masri. Den Dreispringer Charles Friedek, der auf dem Rechtsweg noch sein Traumziel zu erreichen versuchte, verwehrte das DOSB die Olympia-Teilnahme. Damit werden 440 deutsche Athleten die Reise nach China antreten. 2004 in Athen umfasste das Olympia-Team 552 Sportler, 2000 in Sydney waren es 428.
Tennis-Weltverband trifft letzte Entscheidung
Obwohl der Tennis-Weltverband ITF Rainer Schüttler in der am Montag veröffentlichten Teilnehmerliste für das olympische Turnier nicht aufgeführt hatte, nominierte der DOSB den Korbacher. Damit will man einen Fauxpas wie vor den Olympischen Spielen 2004 in Athen vermeiden, als das damalige Nationale Olympische Komitee (NOK) den Tennis-Spieler Florian Mayer zunächst nicht nominiert hatte. Der Bayreuther profitierte von einer Härtefall-Regelung und durfte doch in Athen spielen. Ob Schüttler tatsächlich in Peking antreten kann, ist offen - und dürfte nun wiederum von der ITF abhängen. Trotz seines Einzuges in das Halbfinale von Wimbledon konnte er nämlich das Olympia-Kriterium der ITF, ein Platz unter den ersten 56 der Weltrangliste, zum Stichtag (9. Juni) nicht erfüllen. Auch kam sein Wimbledon-Coup für die Erfüllung der DOSB-Norm (Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers) erst nach dem Stichtag.
Quotenplatz für Ringerin Alexandra Engelhardt
Großes Glück hatte die Ringerin Alexandra Engelhardt, die von einem freigewordenen Quotenplatz profitierte. Der Ringer-Weltverband Fila hatte dies dem DOSB aber erst am Mittwoch mitgeteilt. Die 25- Jährige von der KSG Ludwigshafen hatte bei der Welt- und Europameisterschaft 2007 jeweils Platz fünf erreicht. Der 36-jährige Friedek hatte mit einer Einstweiligen Verfügung beim Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) in Köln erwirkt, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ihn für Olympia vorschlagen muss. Beim Leichtathletik-Meeting am 25. Juni in Wesel hatte er zweimal die Olympia-Norm geschafft. Die DLV-Qualifikationsregeln sehen jedoch vor, dass die Norm bei zwei unterschiedlichen Wettkämpfen erzielt werden müssen. «Es ging nicht darum, den Start von Charles Friedek zu verhindern, sondern alle Athleten gleich zu behandeln und die Nominierung berechenbar zu machen», sagte DLV- Präsident Clemens Prokop zum ablehnenden Bescheid.
Schwimmer El-Masri wartet auf die Freigabe
Bei dem gebürtigen Syrer El-Masri mussten nur noch letzte Formalitäten für den Nationalitätenwechsel geklärt werden: die Freigabe des syrischen Nationalen Olympischen Komitees. Sportlich hatte sich der Wahl-Berliner für Peking zuletzt mit einem deutschen Rekord über 50 Meter Freistil qualifiziert. Die Entscheidung, welche Athletin oder welcher Athlet die Fahne der deutschen Olympiamannschaft bei der Eröffnungsfeier am 8. August tragen wird, wird in Peking gefällt. Bisher hat der DOSB in diesem Zusammenhang noch nicht mit Sportlern Kontakt aufgenommen. (dpa)