Fußballprofis und Olympia: 

netzeitung.dePeking statt Hoffenheim

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Darf nicht nach Peking: Bayern-Profi Demichelis (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Darf nicht nach Peking: Bayern-Profi Demichelis
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dabei sein ist alles, so lautet das stark verkürzte olympische Motto. Doch für viele Bundesligisten ist das größte Sportergenis der Welt ein Ärgernis: Gut fünf Wochen würden wichtige Spieler fehlen.

Den Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen und FC Schalke 04 steht möglicherweise Ärger mit dem Rekordweltmeister Brasilien ins Haus. Beide Vereine wollen ihre beiden südamerikanischen Stars Diego und Rafinha nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking ziehen lassen. Bremens Regisseur Diego und Schalkes Abwehrspieler Rafinha wurden neben Bayern Münchens Defensivtalent Breno für die 18-köpfige Auswahl am Montag nominiert, mit der Nationaltrainer Carlos Dunga im August versuchen will, die erste olympische Goldmedaille für die «Seleção» zu gewinnen.

Die Bremer sind von der Berücksichtigung ihres Spielmachers wenig begeistert und haben in der Vergangenheit mehrfach erklärt, Diego zu einem Olympiaverzicht bewegen zu wollen. Werder geht zudem davon laut Geschäftsführer Klaus Allofs aus, dass es keine Abstellungspflicht gibt. Eine Entscheidung soll es nach einem Gespräch zwischen den Beteiligten nach Diegos Rückkehr aus Brasilien am 14. Juli geben.

Auch Schalke stellt sich quer
Auch in Gelsenkirchen teilt man Allofs Ansicht und hat seit längerem eine klare Vorstellung: Rafinha wird nicht abgestellt. Wie der Klub am Dienstag noch einmal bestätigte, bestehe seitens der Fifa auch keine Abstellungspflicht. Demnach werden die Verantwortlichen ihre Haltung nicht ändern, zumal im August die Qualifikation zur Champions League ansteht und Rafinha seinen festen Platz im Team hat. Der Brasilianer selbst möchte sich zu dem Thema nicht mehr äußern. Schalkes neuer Trainer Fred Rutten sagte den «Ruhr Nachrichten» (Dienstagausgabe): «Mich hat er noch nicht um ein persönliches Gespräch gebeten. Und das ist auch gut so.«

Bei den Bayern scheint hingegen alles klar. Breno wird das Olympiaerlebnis mit Sicherheit haben. Die Klubführung hat schon im Mai erklärt, dem talentierten Abwehrspieler bei einer Nominierung keine Steine in den Weg legen zu wollen. Anders sieht es bei den Stammkräften aus: Der Argentinier Martin Demichelis und der Brasilianer Lucio erhielten für die Spiele vom 8. bis zum 24. August keine Freigabe.

Kompany verzichtet auf Peking
Vincent Kompany vom Hamburger SV verzichtet von sich aus auf die Teilnahme. Diese Entscheidung habe der 22-jährige belgische Nationalspieler nach einem Gespräch mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer am Montag getroffen, teilte der HSV auf seiner Internetseite mit. «Wir haben heute mit Vince gesprochen und gemeinsam entschieden, dass es für ihn besser ist, wenn er die gesamte Vorbereitung beim HSV bleibt», sagte Beiersdorfer. (nz/dpa)