Hohe Erwartungen:
Handball-Teams sollen zwei Olympiamedaillen bringen
01. Jul 2008 15:18
 |  Sie sollen es in Peking richten | Foto: dpa |
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Bis zur endgültigen Nominierung für die Olympischen Sommerspiele in Peking haben beide Bundestrainer noch etwas Zeit. Doch DHB-Präsident Strombach fordert schon jetzt sehr viel und baut damit mächtig Druck auf.
Mit neuem Outfit und hehren Zielen hat der Deutsche Handballbund (DHB) gut fünf Wochen vor den Olympischen Spielen optische wie akustische Aufbruchsignale gesetzt. «Ich erwarte jeweils eine Medaille. Meine Hoffnung ist, dass es jedes Mal eine goldene ist, meine Erwartung aber ist eine Medaille», sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Dienstag in Herzogenaurach.
Dort war anlässlich des offiziellen Vertragsbeginns mit dem neuen Ausrüster Adidas die neue Spielkleidung vorgestellt worden. Sowohl Brands Weltmeister als auch die mit WM-Bronze dekorierten Frauen seines Kollegen Armin Emrich werden in Peking in schwarz und weiß auflaufen. Der Vertrag zwischen dem Verband und dem Sportartikelhersteller läuft fünfeinhalb Jahre.
Der Bart muss ab
Erfüllt sich Strombachs Wunsch, muss Brand um seinen markanten Bart fürchten. Für den ersten deutschen Handball-Olympiasieg seit den DDR-Männern 1980 in Moskau würde er sein Markenzeichen opfern. «Wenn es nichts Schlimmeres wird, bin ich damit einverstanden», sagte der Gummersbacher. Zuletzt war der Bart nach dem EM-Titel 2004 in Slowenien abrasiert worden. Sechs Monate später bei den Olympischen Spielen in Athen hatte es hingegen nicht zum großen Coup gereicht und der Bart blieb dran. Nach der Final-Niederlage gegen Kroatien musste die Auswahl mit Silber zufrieden sein. «Wir haben einmal im Finale gestanden. Das ist wieder das Ziel. Und dann wollen wir es besser machen als beim letzten Mal», erklärte Brand.
In lockerer Atmosphäre präsentierten sich die 21 Männer und 20 Frauen und gaben im Dress mit den traditionellen Farben eine gute Figur ab. «Fraulich geschnitten, gutes Design», befand Welthandballerin Nadine Krause. Die Rückraumspielerin vom FC Kopenhagen bereitet sich ebenso wie die meisten ihrer Teamkolleginnen erstmals auf Olympische Spiele vor. Lediglich Rekord-Torschützin Grit Jurack (Viborg HK) und Kreisläuferin Kathrin Blacha (Thüringer HC) waren beim bislang letzten olympischen Auftritt deutscher Handballerinnen mit Platz sechs in Atlanta 1996 bereits dabei. Diesmal soll es ein Podestplatz werden. «Auch wir haben Visionen und werden um jeden Ball fighten», versprach Emrich.
Kritik vom Bundestrainer
Eine große Herausforderung müssen beide Bundestrainer bereits vor den Olympischen Spielen meistern. Bis zur Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) am 17. Juli müssen beide ihre Kader noch auf 14 Spieler reduzieren. Hinzu kommen maximal drei Ersatzspieler, von denen dann bis zum Viertelfinale im Notfall für das Olympia-Aufgebot einer nachnominiert werden kann. «Die ganzen Nominierungstermine sind nicht so passend, weil wir auch handballerisch noch nicht so weit sind», moniert Brand. Beide Teams absolvieren zwischen Nominierung und Abflug nach China noch vier Länderspiele. (dpa)