Seriensieger am Reck:
Gold für Hambüchen
11. Mai 2008 19:26, ergänzt 20:26
 |  Akrobatisch erfolgreich: Fabian Hambüchen | Foto: dpa |
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Mit seinem dritten Medaillengewinn in Lausanne krönt der beste deutsche Turner seine Leistung bei der EM. «Alles lief perfekt. Ich bin superglücklich, aber auch ganz schön müde und kaputt», sagte der Champion anschließend erleichtert.
Fabian Hambüchen hat am Sonntag seinen Traum wahr gemacht und zum dritten Mal bei Turn-Europameisterschaften die Goldmedaille am Reck geholt. Mit einer Glanzleistung an seinem Paradegerät und der Traumnote 16,025 krönte der 20-jährige Turn-Profi aus Wetzlar seine herausragende Vorstellung bei den Titelkämpfen in Lausanne. Nach Silber mit dem Team und Bronze am Boden nimmt er nun wie bei der WM 2007 in Stuttgart einen kompletten Medaillensatz mit nach Hause.
«Alles lief perfekt. Ich bin superglücklich, aber auch ganz schön müde und kaputt», sagte der Champion erleichtert, nachdem er sich seinen goldenen Hattrick nach Debrecen 2005 und Amsterdam 2007 mit der bei weitem schwierigsten Übung der Konkurrenz verdient hatte. Unter dem Jubel von über 3500 Zuschauern turnte er sie sauber durch und brachte sie sicher in den Stand.
Sichere Variante
Lange hatte der Hesse überlegt, ob er in Lausanne erstmals seine für Olympia konzipierte Übung zeigen soll. Nachdem aber die Konkurrenz nicht schwieriger turnte als im Vorkampf, entschied er sich für die sichere Variante mit Ausgangswert 7,0 und vermied unnötiges Risiko. «Zwei Turner vor mir habe ich mich entschieden. Aber nicht wegen der Konkurrenten, sondern weil mich der Tag schon sehr geschlaucht hatte und ich mich nicht mehr topfit gefühlt habe», begründete er seine Entscheidung, die sich am Ende als goldrichtig erwies. «Er hat heute eine durchweg konzentrierte Leistung abgeliefert. Mein Respekt», lobte Cheftrainer Andreas Hirsch.
Premiere am Boden
Der nervenaufreibende Tag mit vier Final-Chancen hatte für Hambüchen mit einer Premiere begonnen. Am Boden gewann er trotz seines nach wie vor schmerzenden und daher getapten Fußes mit Bronze (15,375) seine erste Medaille bei internationalen Meisterschaften an diesem Gerät.Mit einem Ausgangswert von 6,6 bot er auch am Boden die schwierigste Übung der Konkurrenz an. Beim Doppelsalto mit Doppelschraube musste er jedoch die Fläche verlassen und hatte auch beim Temposalto Standprobleme, was Abzüge zur Folge hatte und dem Russen Anton Golozuzkow (15,700) den Weg zum Titel ebnete.
Zwei fünfte Plätze
Am Barren und Sprung wehrte er sich mit gelungenen Darbietungen gegen die Geräte-Spezialisten, kam aber noch nicht ganz an deren Schwierigkeitsgrade heran und wurde an beiden Geräten Fünfter. Fehlerfrei präsentierte er seine Barren-Übung (15,700), war aber gegen den elegant turnenden Titelverteidiger Mitja Petkovsek aus Slowenien (16,025) chancenlos. «Die Abzüge waren berechtigt, ich muss sehen, dass ich meine neuen Elemente den Kampfrichter noch besser präsentiere», meinte er nach seinem großen Tag selbstkritisch. Beim Sprung waren die Medaillen-Hoffnungen angesichts des leichteren zweiten Sprunges gegenüber den Spezialisten am geringsten, doch auch hier zog sich Hambüchen beim Sieg von Weltmeister Leszek Blanik (Polen/16,562) überaus respektabel aus der Affäre. Bis Peking will er nun den Doppel-Überschlagsalto noch in sein Programm aufnehmen, um bei den Spielen noch konkurrenzfähiger zu sein.
Zweiter Deutscher im Reck-Endkampf
Robert Weber aus Ehmen, der zweite Deutsche im Reck-Endkampf, patzte bei der gestreckten Tkatschew-Grätsche und musste bei seinem ersten internationalen Final-Wettkampf mit dem 7. Platz (14,225) vorlieb nehmen. An den Ringen glänzte der Niederländer Yuri van Gelder mit einer überaus schwierigen Übung und erkämpfte seinen zweiten EM-Titel nach 2005. Am Seitpferd war der Ungar Krisztian Berki der Chef an der Pausche und holte sich mit großem Vorsprung seinen drittes EM-Gold (16,025). (dpa/nz)