netzeitung.deItalien schimpft: «Rocca verdammt nochmal»

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Giorgio Rocca (l.) empfängt Zuspruch von Alberto Tomba. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Giorgio Rocca (l.) empfängt Zuspruch von Alberto Tomba.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Giorgio Rocca hat im Slalom dem großen Erwartungsdruck nicht standhalten können. Trost empfing der Alpine von einem ganz Großen der Zunft.

Entsetzt, enttäuscht und wütend hat Italien auf das Slalom-Drama um Giorgio Rocca reagiert. «Rocca verdammt nochmal!», titelte die «La Gazzetta dello Sport» am Sonntag. Der «Corriere della Sera» beklagte die «Rocca-Katastrophe». Der entzauberte Ski-Star entschuldigte sich bei den Tifosi: «Es war mein Fehler.»
Pech gehabt
Ski-Legende Ingemar Stenmark aus Schweden nahm den tragischen Helden der Winterspiele in Schutz. «Er war schnell und ist mit Pech ausgeschieden.» Im Zieleinlauf nahm Italiens Skistar Alberto Tomba den traurigen Rocca in die Arme.

Weit über 14.000 Fans waren nach Sestriere gekommen, um ihren Giorgio siegen zu sehen. Nach nur 35 Sekunden riss der mit Startnummer eins ins Rennen gegangene Rocca mit seinem Sturz im ersten Durchgang sein Land aus allen Gold-Träumen. Die Sprechchöre verstummten, die Fahnen und Spruchbänder wurden eingerollt. «Addio - ein Albtraum», schrieb die «La Repubblica».

Der bereits zum Nachfolger des legendären Tomba hochgejubelte Rocca verfolgte die Siegesfahrt des Österreichers Benjamin Raich im zweiten Durchgang gemeinsam mit seinen Fans und der Familie von der Tribüne aus. «Es tut mir leid für ihn, der Druck war einfach zu groß», sagte Tomba. Fünf Slalomsiege hatte Rocca in dieser Weltcupsaison eingefahren, im «Rennen seines Lebens» aber versagte er.

Italien blieb damit zum ersten Mal seit 26 Jahren bei Olympischen Spielen ohne alpine Medaille. «Das ist mein schwärzester Tag», sagte Nationaltrainer Flavio Roda. «Stunde Null - Jetzt muss einer zurücktreten», forderte die «La Gazzetta dello Sport» Konsequenzen. (nz)