Skirennfahrer ist Aamodts Traumberuf
«Es sah nach einem weiteren Olympia-Tag voller kleiner norwegischer Enttäuschungen aus. Dann kam Kjetil-Andre Aamodt», schrieb die Zeitung «Bergens Tidende» erleichtert. Nach seiner Goldfahrt auf der «Kandahar Banchetta» vor dem Österreicher Hermann Maier und dem Schweizer Ambrosi Hoffmann scherzte Aamodt über den Diebstahl. «Mein Vater wollte die Medaillen auch einmal zu Hause haben, da habe ich sie ihm gegeben. Zwei Tage später waren sie weg. Vielleicht hat er sie verkauft, denn wenig später stand ein Porsche vor der Tür.» Mittlerweile hat sich der 34-Jährige Duplikate besorgt. «Es sind die Erinnerung, die zählen.»
Aamodts achte Olympia-Medaille ist besonders wertvoll. Als erster Alpin-Athlet nach dem Italiener Alberto Tomba wiederholte er einen Olympiasieg. Gold im Super-G hatte er zudem auch schon 1992 gewonnen. Zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze vervollständigen die einmalige Olympia-Medaillensammlung des fünfmaligen Weltmeisters. Dabei schien seine Karriere nach einem Trainingssturz im Jahr 2003 schon beendet.
Acht Wochen lang war der Norweger wegen des Knöchelbruchs auf Krücken unterwegs, dachte sogar an Rücktritt. «Die Schmerzen waren sehr groß und der Sport hat mir nicht sonderlich gefehlt.» Aamodt setzte eine ganze Saison aus. Mittlerweile fährt der in Monaco lebende Gesamtweltcup-Sieger von 1994 in seiner 18. Saison. «Skirennfahrer ist ein Traumberuf.» Olympia hatte mit einer Enttäuschung begonnen. In der Abfahrt raste er als Vierter haarscharf an einer Medaille vorbei. Als Olympiasieger in der Kombination musste er wegen einer Knieverletzung passen: «Für den Super-G konnte ich nur auf einem Kinderhang trainieren.» (nz)

