netzeitung.deSkirennfahrer ist Aamodts Traumberuf

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Kjetil Andre Aamodt (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kjetil Andre Aamodt
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wieder einmal hat Kjetil Andre Aamodt bei einem Großereignis zugeschlagen. Auf die Goldmedaille aus Turin will der Norweger jetzt besonders aufpassen.

Sein viertes Olympia-Gold will Kjetil-Andre Aamodt hüten wie einen Schatz, denn der Norweger ist aus Schaden klug geworden. «Meinem Vater werde ich das Gold sicher nicht geben», sagte der erfolgreichste Medaillensammler der alpinen Ski-Geschichte mit seinem typischen Grinsen. Seine 19 vor Sestriere bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewonnenen Plaketten waren im Augst 2003 nach einem Einbruch ins Haus von Papa Aamodt verschwunden. Nach der Super-G-Triumphfahrt seines Sohnes am Samstag in Sestriere weinte der Senior vor Stolz und Glück.

«Es sah nach einem weiteren Olympia-Tag voller kleiner norwegischer Enttäuschungen aus. Dann kam Kjetil-Andre Aamodt», schrieb die Zeitung «Bergens Tidende» erleichtert. Nach seiner Goldfahrt auf der «Kandahar Banchetta» vor dem Österreicher Hermann Maier und dem Schweizer Ambrosi Hoffmann scherzte Aamodt über den Diebstahl. «Mein Vater wollte die Medaillen auch einmal zu Hause haben, da habe ich sie ihm gegeben. Zwei Tage später waren sie weg. Vielleicht hat er sie verkauft, denn wenig später stand ein Porsche vor der Tür.» Mittlerweile hat sich der 34-Jährige Duplikate besorgt. «Es sind die Erinnerung, die zählen.»

Kein Gedanke an Karriereende
Später als Großvater will er die Medaillen seinen Enkeln zeigen. Doch das wird noch dauern, denn Tochter Carmen wurde gerade erst geboren. Obwohl er mehr Zeit mit der Familie verbringen will, denkt der Mann, den sie in der Heimat «Baby-Hai» rufen, nicht an das Ende der Karriere. «Es wäre zwar ein guter Zeitpunkt, aber das wäre auch schon vor vier Jahren so gewesen.»

Aamodts achte Olympia-Medaille ist besonders wertvoll. Als erster Alpin-Athlet nach dem Italiener Alberto Tomba wiederholte er einen Olympiasieg. Gold im Super-G hatte er zudem auch schon 1992 gewonnen. Zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze vervollständigen die einmalige Olympia-Medaillensammlung des fünfmaligen Weltmeisters. Dabei schien seine Karriere nach einem Trainingssturz im Jahr 2003 schon beendet.

Acht Wochen lang war der Norweger wegen des Knöchelbruchs auf Krücken unterwegs, dachte sogar an Rücktritt. «Die Schmerzen waren sehr groß und der Sport hat mir nicht sonderlich gefehlt.» Aamodt setzte eine ganze Saison aus. Mittlerweile fährt der in Monaco lebende Gesamtweltcup-Sieger von 1994 in seiner 18. Saison. «Skirennfahrer ist ein Traumberuf.» Olympia hatte mit einer Enttäuschung begonnen. In der Abfahrt raste er als Vierter haarscharf an einer Medaille vorbei. Als Olympiasieger in der Kombination musste er wegen einer Knieverletzung passen: «Für den Super-G konnte ich nur auf einem Kinderhang trainieren.» (nz)