Italiener bringen Palavela-Arena zum Kochen
18.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Italiener bringen Palavela-Arena zum Kochen
«Wir wollten gar nicht mehr aufhören, zu tanzen», sagten Barbara Fusar-Poli und Maurizio Margaglio nach ihrem Walzer. Das routinierte Eistanzpaar will es der Jugend noch einmal zeigen.
Von Britta KörberDen Mailänder Eistänzern Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio reichten 90 Sekunden Ravensburger Walzer, um die Palavela-Arena in Turin zum Kochen zu bringen und die Preisrichter auf ihre Seite zu ziehen. In einem schrillen bonbonfarben-orangenen Outfit interpretierten die Weltmeister von 2001 am Freitagabend den klassischen Tanz temporeich und temperamentvoll. Kein Experte hätte dem extrovertierten Paar, das nach vier Jahren Wettkampfpause zurückkehrte und sich nicht ein einziges Mal vor den Olympischen Winterspielen zeigte, eine vordere Platzierung zugetraut.
Noch einmal angreifen«Es gab viele, die uns nicht auf der Rechnung hatten, hier haben sie den Beweis. Jetzt müssen die anderen besser sein als wir», sagte der 31 Jahre alte Margaglio. In Salt Lake City 2002 war das Duo gestürzt und enttäuscht mit der Bronzemedaille im Gepäck nach Hause gereist. Die Zwei liefen Shows, Barbara Fusar-Poli bekam eine Tochter. Ein Jahr vor dem Weltsportereignis nur eine Autostunde von ihrer Heimat entfernt reifte der Entschluss, es der Jungend noch einmal zu zeigen.
«Wir wollen Emotionen rüberbringen, auch im neuen Wertungssystem ist das möglich. Das haben die Preisrichter verstanden», gab sich die 34 Jahre alte Barbara Fusar-Poli selbstbewusst. «Wir sind sehr stolz, wir haben die Energie gespürt, die vom Publikum ausging. Es war so toll, ich wollte gar nicht aufhören zu tanzen», ergänzte ihr Partner, der allerdings technisch der schwächere in dem Duo ist. Viele sahen die ehemaligen Europameister deshalb nicht einmal auf den möglichen Medaillenrängen.
Es wird hartVor dem Originaltanz am Sonntag liegen die Rückkehrer mit 38,78 Punkten knapp vor den Doppel-Weltmeistern und frisch gebackenen Europameistern Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (38,20) aus Russland und den Bulgaren Albena Denkowa/Maxim Stawiski (37,65). Die Pflicht zählt nur mit etwa 20 Prozent zum Gesamtergebnis, das am Montag nach der Kür feststeht. «Das war erst der Start. Es wird sehr hart sein, in dieser Position zu bleiben», erkannte Barbara Fusar-Poli. (dpa)