14.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Lindemann verpatzt Kurzprogramm
Bei Eiskunstläufer Stefan Lindemann klappt in dieser Saison gar nichts. Dagegen trumpft Jewgeni Pluschenko auch in Turin ganz groß auf.
Der Erfurter Eiskunstläufer Stefan Lindemann kann nach dem Kurzprogramm eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen abhaken. Ein nur einfach gesprungener Axel ließ den Weltmeisterschafts-Dritten von 2004 in Turin nicht einmal in Top-Ten-Nähe kommen. Kurs auf die ersehnte Goldmedaille, die am Donnerstag (19.00) in der Kür vergeben wird, nahm der dreimalige Weltmeister Jewgeni Pluschenko (Russland) mit 90,66 Punkten. Zwischen diesem Traumwert und den mageren 60,52 Zählern von Lindemann lagen Welten.
«Ich stehe vor einem Rätsel, dabei hat das Einlaufen so gut geklappt», sagte der letztjährige Europameisterschafts-Dritte Lindemann, der beim Aufwärmen jeden Sprung aufs Eis brachte und auch seine Anfangskombination aus Dreifach-Flip/Dreifach-Toeloop sauber stand. Zudem landete er den dreifachen Lutz auf zwei Beinen. «Diese Saison klappt gar nichts», bekannte der fünfmalige deutsche Meister.
Lindemann ratlosAus taktischen Erwägungen wollte Lindemann keinen Vierfach-Toeloop riskieren, der bei ihm noch unsicher ist. «Ich weiß wirklich nicht, woran es gelegen hat. Beim Axel habe ich gedacht: Nicht schon wieder», haderte der Thüringer mit seiner Leistung. In dieser Saison hat er noch keinen einzigen richtig guten Wettkampf bestritten. «Ich will in der Kür kämpfen, irgendwann muss es doch mal wieder gehen», forderte der 25 Jahre alte Sportsoldat von sich selbst eine Steigerung.
Pluschenko leistete sich zu Opernklängen aus «Tosca» von Puccini keinen einzigen Wackler. Mit einer Vierfach/Dreifach-Toeloop- Kombination legte er als zweiter Starter eine exzellente Leistung vor. «Ich bin sehr zufrieden, denn mein Programm war sauber», sagte der St. Petersburger, der sich vor der Saison in München an der Leiste operieren ließ und sich mit seinem fünften EM-Titel im Januar topfit zurückmeldete. (nz)