Disziplinierte Chinesin läuft unter Schmerzen
14.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Tatsächlich gelang ihnen danach jeder Sprung und am Ende hielten sie Silber in den Händen. Der Gesamteindruck stimmte nicht mehr, doch die Preisrichter vergaben einen Tapferkeitsbonus. «Das war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich bin so hart gefallen und habe hinterher alles hinbekommen», meinte die zerbrechlich wirkende Zhang Dan, die später in eine Klinik gebracht wurde.
Aljona Sawtschenko - weiblicher Part des deutschen sechstplatzierten Paares - streckte nach einer gelungenen «Kampfkür» ihre Faust in den Himmel, fiel Partner Robin Szolkowy um den Hals und kündigte große Taten für die Zukunft an: «Ich bin einfach glücklich. Jetzt werden wir uns gut auf die Weltmeisterschaften vorbereiten, wo wir eine Medaille wollen. Wenn man uns endlich in Ruhe lässt», sagte die 22-Jährige kämpferisch.
Vom 20. bis 26. März können die Vize-Europameister in Calgary auftrumpfen, zumal die Olympiasieger und die drittplatzierten Chinesen Shen Xue/Zhao Hongbo dort fehlen werden. «Wir brauchen unseren Trainer, er ist so wichtig wie der Pinsel beim Malen», unterstrich Sawtschenko die Bedeutung von Ingo Steuer. Der Coach war wegen Stasi-Verstrickungen vom NOK aus dem deutschen Team verbannt worden und konnte nur aufgrund einer richterlichen Verfügung in Turin an der Bande stehen.
Steuer versäumte indes, klar Stellung zu seiner Vergangenheit zu beziehen und sagte nur: «Deutschland sollte einsehen, dass wir Drei ein gutes Team sind.» Seine ohnehin im Oktober auslaufende Zugehörigkeit zur Bundeswehr wird Steuer wahrscheinlich eher beenden müssen. Zwar sagte Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) bei seinem Besuch am Dienstag in Turin: «Es sind so fröhliche und herrliche Spiele, da wollen wir zu personellen Dingen keine Stellung nehmen.» Nach Olympia wird der Fall aber genau geprüft. (nz)

