netzeitung.deStockbauer scheitert auch über 800 Meter

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Hannah Stockbauer. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hannah Stockbauer.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Für Hannah Stockbauer brechen die Enttäuschungen nicht ab. Die DSV-Schwimmerin scheiterte im Vorlauf über 800 Meter Freistil. Im Endlauf steht dagegen Teamkollegin Jana Henke.

Hannah Stockbauer muss bei den Olympischen Spielen einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Die Weltmeisterin schied bereits im Vorlauf über 800 Meter Freistil aus. Die Schwimmerin aus Erlangen schwamm in 8:38,17 Minuten als 14. bereits in der ersten Runde hoffnungslos hinterher und verpasste das Finale am Freitag um 4,02 Sekunden. Stockbauer war zuvor schon im Vorlauf über 400 Meter Freistil gescheitert. In dieser Disziplin waren ihre Medaillenchancen eingeräumt worden.

Dagegen qualifizierte sich Ex-Europameisterin und Teamkollegin Jana Henke aus Potsdam als Fünfte in 8:31,06 Minuten für den Endlauf. Schnellste war die Französin Laure Manaudou in 8:25,91 Minuten.

Letzte Medaillenchance vertan
«Im Moment bin ich nur traurig», sagte Hannah Stockbauer und blickte zu Boden. Dann schaute sie auf und meinte verzweifelt: «Mein Gott, jetzt wird Frust gefeiert.» Ein Jahr nach ihren drei WM-Titeln von Barcelona hat die Weltschwimmerin des Jahres 2003 in Athen eine brutale Bruchlandung erlebt und die letzte Goldchance der schwer enttäuschenden deutschen Schwimmer vertan.

Ob sie am großen Erfolgsdruck zerbrach oder wegen Übertraining scheiterte, wusste sie selbst nicht. «Ich habe keine Erklärung, ich bin in vielen Trainings schneller geschwommen als zum vergleichbaren Zeitpunkt vor der WM im vergangenen Jahr. Da lief es supergut», sagte Stockbauer: «Ich habe jetzt noch keine Lust, großartig nachzuforschen.»

Frühe Warnsignale wurden offenbar nicht ernst genug genommen. Bereits im Juni bei den deutschen Meisterschaften in Berlin hatte Stockbauer Frische und Spritzigkeit vermissen lassen. Vielleicht war es da schon zu spät. Die Konsequenzen ihres Trainers Roland Böller jedenfalls führten nicht zum Ziel. Zwar speckte Stockbauer die zweieinhalb Kilo Übergewicht ab, die Form jedoch besserte sich im zwischenzeitlichen Höhentrainingslager in der Sierra Nevada nicht.

Im Gegenteil. Böller, der lange «alles im grünen Bereich» sehen wollte, konnte in Athen nur noch die Achseln zucken und seinen Schützling tröstend in den Arm nehmen. Derweil befand sich Hannah Stockbauer mit ihren Gefühlen im tiefen Tal der Tränen. «Der größte Schock war, dass ich mich schon beim Einschwimmen richtig schlecht gefühlt habe, vor allen Dingen in den Beinen. Die taten da schon höllisch weh», sagte sie weinend. (nz)