Van Almsick muss Olympiatraum begraben
«Eine Medaille ist es nicht geworden, Gold schon gar nicht. Mir fehlen die Worte», sagte Van Almsick traurig. Auf die Frage, ob die deutschen Schwimmfans sie je wieder über diese Distanz schwimmen sehen werden, sagte die Berlinerin: «Ich fürchte nein.»
Van Almsick hatte zuvor bei drei vorangegangenen Olympia-Teilnahmen seit Barcelona 1992 insgesamt viermal Silber und dreimal Bronze gewonnen. In Athen hat sie noch die 4x200-Meter-Freistilstaffel, die 4x100-Meter-Lagenstaffel und die 100 Meter Freistil auf dem Programm. Danach ist endgültig Schluss.
Ihre Laufbahn begann 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona mit Sensations-Silber über 200 Meter Freistil, zwei Jahre später wurde sie in Rom Weltmeisterin in Weltrekordzeit (1:56,78). Dabei hatte sie sich gar nicht für das Finale qualifiziert, erst Dagmar Hase machte den Platz und den Weg zu Rekord und Ruhm frei. 1996 in Atlanta wurde aus dem geplanten Gold Silber, 2000 in Sydney folgte der totale Absturz. Der Boulevard höhnte wie nie zuvor, aber Franziska van Almsick ließ sich nicht von ihrem Weg abbringen. Sie blieb authentisch - wie wenige im internationalen Spitzensport.
Eine Öffentlichkeit, die Van Almsick oft nur auf dem Laufsteg wahrnahm, sah in Berlin ihre triumphale Rückkehr in den Spitzensport. Dennoch sagte sie im Jhr darauf ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften ab und arbeitete täglich sechs Stunden lang nur für das eine Ziel: Olympia in Athen. «Wenn es in Athen nicht klappt, soll es mich auf jeden Fall nicht kaputtmachen. Ich will dann trotzdem stolz sein auf das, was ich als Sportlerin geleistet habe», sagte sie. (nz)
