netzeitung.deSchwimmern droht erneutes Debakel

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Hannah Stockbauer (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hannah Stockbauer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Athen wollten sich die deutschen Schwimmer für das schlechte Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Sydney rehabilitieren. Doch bereits nach dem zweiten Wettkampftag droht dem DSV ein weiteres Debakel.

Die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) schwimmen bei den Olympischen Spielen in Athen einem neuen Desaster entgegen. Einen Tag nach dem Verpassen einer Medaille der 4 mal 100-Meter-Freistil-Staffel am Samstag schied «Goldhoffnung» Hannah Stockbauer über 400 Meter bereits im Vorlauf aus. «Natürlich sage ich mir: jetzt erst recht für die 800 Meter, aber es ist schon sehr bedrückend, wenn man den ersten Start bei Olympia so in den Sand gesetzt hat», sagte die 22-Jährige nach dem zwölften Gesamtrang in der Zeit von 4:10,46 Minuten.
«Habe alles gegeben»
Nach dem Aus musste die überragende Schwimmerin der Weltmeisterschaften von Barcelona, bei denen Stockbauer fünf WM-Titel gewann, minutenlang kämpfen, um die Fassung zu bewahren.

«Es ist einfach Wahnsinn. Ich habe gewusst, dass es sehr schwer werden wird und damit gerechnet, dass eine 4:09 für die Einzug ins Finale nötig ist. Die Zeit war gar nicht mal so schlecht. Ich habe alles gegeben, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass mein Lauf so schnell sein wird», so Stockbauer.

Beckamnn weist Vergleiche zurück
Auch Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Beckmann war geschockt, nachdem auch der zweite Traum von einer Medaille geplatzt war. Einen Vergleich zum Abschneiden in Sydney wollte er nicht gelten lassen. «Das ist nicht im Ansatz vergleichbar. In Sydney haben nach dem Scheitern der Staffel alle möglichen Damen und Herren aufeinander eingeschlagen. In Athen gibt es eine große Solidarität in der Mannschaft. Jeder hat die Staffel getröstet und sich solidarisch mit Hannah Stockbauer erklärt.» Beckmann selbst führte Stockbauer aus dem Aquatic Center von Athen, um sie vor weiteren Fragen zu schützen.

Zugleich gab sich der Sportdirektor kämpferisch: «Bei uns gibt es im Gegensatz zu Sydney keine Schuldzuweisungen. Wir werden aus den Niederlagen gestärkt hervorgehen.»

Heimtrainer geschockt
Mehr als Beckmann zeigte sich der Heimtrainer der «Sportlerin des Jahres», Roland Böller, konsterniert: «Ich habe keine Erklärung. Ich bin überrascht, fassungslos, geschockt. Hannah hat noch nie eine so gute Vorbereitung gehabt wie auf die Olympischen Spiele in Athen. Es hat einfach alles gestimmt. Sie hatte nicht ein einziges Tief.»

Eine weitere Enttäuschung verhinderte die schwedische Männer-Freistil-Staffel. Dank eines Wechselfehlers der Nordeuropäer rutschte die deutsche Herrenstaffel als achte und letzte Mannschaft in das Finale über 4 mal 100 Meter.

Beckmann bleibt bei Prognose
Trotz der ersten Enttäuschungen bleibt Beckmann bei seiner vor Athen gestellten Prognose: «Ich habe gesagt, wer in Athen Medaillen gewinnen kann, und dabei bleibe ich. Daran ändern auch die beiden Enttäuschungen nichts. Wir müssen jetzt sehen, dass wir Hannah wieder aufrichten und sie für die 800 Meter hinkriegen. Aber das werden wir.» (nz)