Kehrmann: Wir schlagen sowieso jeden
28.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Europameister bot gegen die Russen ein Spiel der vergebenen Chancen. Mit vier Treffern war Kehrmann hinter Stefan Kretzschmar (5) zwar der erfolgreichste Schütze in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), doch der Bundesligaspieler des TBV Lemgo konnte ebenso wie sein Nationalmannschaftskollege aus Magdeburg nur 50 Prozent der sich bietenden Möglichkeiten verwerten.
Und diese Wurfschwäche zog sich durch die gesamte Mannschaft. Beispiel gefällig: Christian Schwarzer hatte sieben Torchancen, traf aber nur dreimal. Noch schlimmer sah es bei Daniel Stephan mit 2 Treffern bei acht Möglichkeiten aus. Doch diese schlechte Chancenverwertung resultiert nicht nur aus der Wurfschwäche der deutschen Spieler, sondern ist vor allem auch der überragenden Leistung des russischen Torstehers Andrej Lawrow geschuldet. Er hielt jeden zweiten Wurf der Deutschen. «Bei dem, was Lawrow gehalten hat, kann man eigentlich kein Spieler gewinnen», lobt Henning Fritz seinen Torwartkollegen.
Schwarzer (34) wird nach den Spielen ebenso seine Nationalmannschafts-Karriere beenden wie Zerbe (35), Klaus-Dieter Petersen (35) und Kretzschmar (31). Entsprechend motiviert blickt Schwarzer dem Finalspiel am Sonntag (15.45 Uhr/MESZ) entgegen. «Das wir im Finale stehen, ist ein riesiger Gefühl, jetzt wollen wir auch noch den nächsten Schritt machen.» Der Kreisläufer des TBV Lemgo würde seine Laufbahn nur allzu gern mit dem Gewinn der Goldmedaille gewinnen.
Die DHB-Männer hatten sich erst nach der Halbzeitpause wieder besser präsentiert. Nach zwei Treffern von Stefan Kretzschmar, der im Vergleich zur Viertelfinalpartie gegen Spanien eine ansprechende Leistung bot, waren die deutschen Männer in der 41. Minute erstmals mit 13:12 in Führung gegangen. Zwar konnten die Russen noch einmal auf 13:13 verkürzen, doch danach gab die deutsche Mannschaft die Führung nicht mehr aus der Hand.
Mit den Kroaten wartet am Sonntag auf die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand eine ganz starke Mannschaft. «Das sind Handballer durch und durch. Respekt haben wir vor ihnen, Angst nicht», sagte Brand. Eines sei für den Sonntag jedoch entscheidend, auch wenn man in der Abwehr hervorragend aufgestellt ist. «Wir müssen im Angriff stärker auftreten.» Möglicherweise
ist gegen die Kroaten dann auch wieder Pascal Hens wieder mit von der Partie, der verletzungsbedingt gegen Spanien fehlte. «Trainiert hat er schon wieder, konnte aber an keine Zweikämpfen teilnehmen. Ich hoffe darauf, dass er bis dahin fit ist», so Brand.
Jetzt kann man nur hoffen, dass Florian Kehrmann recht behält mit seiner Aussage. Am Sonntag wird man es wissen.

