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Lupe Hockey-Männer erringen Bronze

Ein «Golden Goal» gegen Spanien von Björn Michel hat den deutschen Hockey-Männern die olympische Bronzemedaille beschert. Australien wurde Olympiasieger.

Die deutschen Hockey-Männer hatten bei den Olympischen Spielen in Athen die Goldmedaille im Visier und am Ende Bronze gewonnen. Im «kleinen Finale» setzte sich der Welt- und Europameister am Freitag mit 4:3 (3:3, 1:1) nach Verlängerung gegen Spanien durch.

Sascha Reinelt (22. ), Eike Duckwitz (45.), Björn Emmerling (49.) und Björn Michel mit dem «Golden Goal» in der Verlängerung erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), die 1972 in München sowie 1992 in Barcelona Olympia-Gold geholt hatte. Die Spanier scheiterten dagegen bei dem Versuch, sich für die Niederlage im EM-Finale 2003 zu revanchieren.

Olympiasieger wurden zum ersten Mal die Australier. Sie bezwangen im Finale die Niederlande durch ein «Golden Goal» mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und verhinderte damit den Hattrick, die schon 1996 in Atlanta und vor vier Jahren in Sydney erfolgreich war.

«Haben unser Endspiel gewonnen»
«Das ist die tolle Endstation einer wunderbaren Mannschaft», resümierte Bundestrainer Bernhard Peters, dessen Team nun auseinanderbricht. «Wunderbar, kaum zu toppen» fand Peters die Tatsache, dass Rekord-Nationalspieler und Rekord-Torschütze Björn Michel mit seinem 229. Treffer für Deutschland die Entscheidung herbeiführte. «Bei Olympia braucht man auch Glück», stellte Kapitän Florian Kunz fest: «Im Halbfinale gegen Holland hat es uns gefehlt, heute hatten wir es. Wir haben unser Endspiel gewonnen.»
Umstrittene Siebenmeter für Spanien
Die deutsche Mannschaft bewies noch einmal große Moral und ließ sich auch von zwei äußerst umstrittenen Siebenmetern für Spanien nicht aus dem Konzept bringen, die Santi Freixa (30.) und Eduardo Tubau (38.) nutzten. Auch den erneuten Rückstand durch Tubaus zweiten Treffer (47.) steckte die Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters weg.

Im anschließenden Finale stehen sich die Niederlande und Australien gegenüber.

Die Partie war das letzte Spiel einer Erfolgsgeneration im deutschen Hockey, für die es bei Olympischen Spielen nie zum ganz großen Erfolg gereicht hat. Weltmeister 2002, Europameister 1999 und 2003 ist das Team geworden, aus dem nun zahlreiche Leistungsträger wie Kapitän Florian Kunz, Björn Michel, Clemens Arnold, Christoph Eimer und Christoph Bechmann ihre internationale Karriere beenden werden.

Nach dem Halbfinal-Aus am Mittwoch gegen die Niederlande hatten die deutschen Spieler versucht, sich für das Verlierer-Finale noch einmal zu motivieren. «Wir müssen begreifen, dass auch Bronze ein erstrebenswertes Ziel ist», sagte der Stuttgarter Sascha Reinelt.

Torflaute bis zur 20. Minute
Dennoch war beiden Teams in der Anfangsphase der Frust anzumerken. Die Partie hielt zunächst keinem Vergleich mit dem temporeichen 1:1 aus der Vorrunde stand. Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe Christopher Zeller die erste Chance für Deutschland hatte, aber an Torwart Bernadino Herrera scheiterte. Im Gegenzug traf Albert Sala aus spitzem Winkel das leere deutsche Tor nicht.

Reinelt war es, der in der 22. Minute mit seinem Führungstor den Bann brach. Er wurde mit einem langen Pass halblinks angespielt und ließ Herrera mit einer Körpertäuschung aussteigen. Seinen Schuss konnte Verteidiger Rodrigo Garza, behindert von Björn Michel, nicht mehr vor der Torlinie stoppen. Zehn Minuten später kamen die Spanier bereits zum Ausgleich.

Bei einem Zweikampf im deutschen Schusskreis wollte der dänische Schiedsrichter Hendrik Ehlers ein Foul von Christoph Eimer an Santiago Freixa gesehen haben, die heftigen deutschen Proteste ließen ihn unbeeindruckt. Freixa selbst verwandelte den Siebenmeter.

Kurz nach Wiederbeginn parierte Torwart Clemens Arnold einen Schuss von Tubau reaktionsschnell, der Spanier stürzte anschließend über den deutschen Keeper und behinderte ihn dabei. Dennoch gab es auch diesmal Siebenmeter für die Iberer. Anschließend überschlugen sich die Ereignisse mit drei Toren in vier Minuten zum 3:3, mehr Treffer fielen in der regulären Spielzeit nicht. (nz)