Natascha Keller setzt Familientradition fort
Die 27-Jährige, 1999 Welt-Hockeyspielerin des Jahres, setzte mit dem Olympiagold eine Tradition fort. Ihr Halbbruder Andreas gewann Gold in Barcelona 1992 sowie 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul jeweils Silber mit den Herren. Andreas Keller, mittlerweile im Lehrerberuf tätig, hatte aufgrund einer Freistellung die Chance, das Endspiel vor Ort mitzuerleben. „Es war grausam. Aber das kenne ich ja aus meiner Erfahrung als Trainer“, sagte Andreas, der die Damen vom Berliner Hockey-Club (BHC) trainiert.
Aufgeregt war Carsten aber nicht. Eher sicher, dass die Mannschaft seiner Tochter die Goldmedaille gegen den hohen Favoriten aus den Niederlanden holt. Allerdings musste sich der Vater auch vor dem Bildschirm beruhigen. „Ich habe dann einen Grand Manier in der Nähe.“ Den nimmt er auch zu Hilfe, wenn der deutsche Fußball-Meister spielt. „Ich bin auch Fan von Werder Bremen.“
Dabei wollte die ausgelernte Betriebswirtin, die aufgrund einer langwierigen Fußverletzung erst zum Schluss der Saison mit vielen Toren in der Bundesliga ihre Nominierung sicher stellte, „eigentlich nur die Favoriten ärgern“ und mit Glück „das Halbfinale erreichen“.
Nun aber hat sie sogar die Medaillen-Tradition der Familie weitergeführt und hofft selbst auf eine Fortsetzung der Keller-Serie im Nationalteam. Die beiden Kinder von Andreas spielen Hockey, und auch die Kinder ihrer Schwester sind bereits mit dem Spiel vertraut. Sie selbst wird auch beruflich ihrem Vater nachfolgen. Ab Oktober hat wird sie als Kundenberaterin bei einem Versicherungskonzern tätig sein. Den Job hat ihr der Vater besorgt.
Anschließend könnte Natascha erneut in die Fußstapfen des Vaters treten. Wenn sich Carsten Keller als selbstständiger Generalvertreter zurückzieht, wird sein Büro frei – und Natascha könnte wieder der Tradition folgen. (nz)
