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Lupe Hockey-Frauen gelingt Olympia-Sensation

Die deutschen Hockey-Spielerinnen haben sich zum ersten Mal in der Geschichte der Spiele Gold gesichert. Sie besiegten den haushohen Favoriten Niederlande.

Deutschlands Hockey-Frauen haben bei den Olympischen Spielen in Athen für eine Sensation gesorgt. Im Finale besiegte die Mannschaft um Bundestrainer Markus Weise Gold-Kandidat und Europameister Niederlande mit 2:1 (2:0) und sicherte sich den Titel. Bisher standen zwei Silbermedaillen aus den Jahren 1984 und 1992 zu Buche. Bronze gewann die Auswahl Argentiniens nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg über China.

Anke Kühn nach einer Strafecke (6.) und Franziska Gude (21.) erzielten die Treffer für die leidenschaftlich kämpfenden Frauen. Die Holländerin Maartje Scheepstra schaffte in der 38. Minute den Anschlusstreffer. Den Niederländerinnen hatten sich die Deutschen noch in der Vorrunde mit 1:4 geschlagen geben müssen.
Gude: Hatten nichts zu verlieren
«Wir hatten hier nichts zu verlieren, aber alles zu versuchen, waren wir uns einfach schuldig», resümierte Torschützin Gude nach der Partie. «Jetzt wird 27 Wochen lang gefeiert bis wir umfallen», lachte sie. «Dass die Mannschaft überhaupt so weit gekommen ist, ist sensationell, damit konnten wir überhaupt nicht rechnen», sagte DHB-Präsident Christoph Wüterich: «Ich bin sehr stolz auf dieses Team.»

Als Außenseiter waren sie in das Turnier gestartet und hatten als Ziel die Rückkehr in die Weltspitze angegeben. Bereits das Erreichen des Finales nach einem 4:3-Sieg über China nach Siebenmeterschießen war eine Überraschung gewesen.

«Es ist unglaublich, dass ich in meinem letzten internationalen Spiel so etwas noch erleben durfte», sagte die Rüsselsheimerin Denise Klecker. Sie und das Team hatten am Donnerstagabend das nötige Quentchen Glück. So traf die Braunschweigerin Kühn bereits mit der ersten Strafecke flach rechts unhaltbar für Torfrau Clarinda Sinnige. Die Holländerinnen mussten nun ihren Druck und das Pressing noch verstärken und setzten sich teilweise minutenlang in der deutschen Hälfte fest.

Auf Torfrau Walter ist Verlass
Torfrau Louisa Walter aus Berlin hatte erneut einen Glanztag erwischt und klärte bei Schüssen von Masha van der Vaart (6.) und Mijnke Donners (20.). Ein abgefälschter Schuss von Donners senkte sich auf die Oberkante der Latte. Die Deutschen verteidigten den Vorsprung mit viel Herzblut und erwiesen sich als Meister der Effektivität.

Beim zweiten Konter mit dem zweiten Torschuss erhöhte Gude nach hervorragender Vorarbeit von Silke Müller aus Rüsselsheim freistehend zum 2:0. In der 28. Minute hatten die Hölländerinen Glück, als Nadine Ernsting-Krienke im Schusskreis auftauchte und von Torfrau Sinnige zu Fall gebracht wurde. Der mögliche Siebenmeterpfiff blieb aber aus.

Nach der Pause erhöhten die Favoritinnen den Druck und kamen bei der vierten Strafecke zum frühen Anschlusstreffer. Entlastung gab es kaum noch, Angriff um Angriff rollte auf das deutsche Tor. Doch die Abwehr hielt dem Druck stand, und der Jubel nach dem Schlusspfiff war schier grenzenlos.

Für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) war es das insgesamt dritte Olympiagold seiner Geschichte. Zuvor hatte lediglich das Herren-Team 1972 und 1992 einen Olympiasieg errungen. (nz)