Olympische Spiele in Athen eröffnet
13.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Mit einer gigantischen Lichtshow sowie einer Zeitreise durch die Geschichte der Olympischen Spiele wurden zudem die Skeptiker beruhigt, die auf Grund der schleppenden Vorbereitungen ihre Zweifel an der optimalen Austragung der Sommerspiele geäußert hatten.
Vor 72.000 Zuschauern und geschätzten drei Milliarden Menschen vor den Fernsehgeräten spannten die Organisatoren der Feier einen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit. Besonders bejubelt wurde die Flutung des Stadion-Innenraums mit mehr als zwei Millionen Litern Wasser.
Während die griechische Athletin Zoe Dimoschaki den olympischen Eid sprach, entzündete der griechische Surf-Olympiasieger Nikolaos Kaklamanakis das Feuer mit der Fackel, die in den vergangenen sechs Monaten über eine Strecke von 74.000 Kilometern erstmals um die gesamte Welt getragen wurde. Ein grandioses Feuerwerk beendete um 0.11 Uhr Ortszeit die Eröffnungsfeier.
Für ein Politkum sorgte dabei der Iraner Arash Miresmaeili. Der Judo-Weltmeister von 2001 und 2003 hatte am frühen Abend seinen Verzicht auf den olympischen Wettkampf bekannt gegeben. Begründung: Er hätte in der ersten Runde gegen den Israeli Ehud Vaks antreten müssen. Aus Sympathie für das palästinensische Volk wird der Medaillenkandidat seine Chance am Samstag nicht annehmen. Beim Einzug seiner Mannschaft trug er trotzdem die Fahne.
Überraschend meldeten sich anschließend die beiden russischen und US-amerikanischen Commander der Sojus-Raumkapsel aus dem Weltall und wünschten ein gutes Gelingen der Spiele. Anschließend zeigte ein einzelner Fahnenträger innerhalb einer Stadionrunde die Höhen und Tiefen der Olympischen Spiele der Neuzeit auf, die 1896 in Athen ihren Anfang genommen hatten.
Der Belgier bedankte sich bei Angelopoulos-Daskalaki und ihrem Team, das die schleppenden Vorbereitungen auf die Spiele forciert hatte: «Die Welt ehrt euch und dankt euch.» Zudem sagte Rogge allen Helfern und Freiwilligen ein Dankeschön, «ohne sie würde nichts möglich sein.»
Angelopoulos-Daskalaki hatte zuvor ein «neues Griechenland» angekündigt, da Athen durch die Städte zu einer modernen Stadt herangewachsen war. «Griechenland ist hier. Millionen von Griechen haben hart gearbeitet. Zusammen schreiben wir ein neues Kapitel der Olympischen Spiele. Olympische Spiele - willkommen zu Hause.»
Auch sollen die Spiele beitragen, nationale, politische, religiöse und sprachliche Barrieren zu überwinden. «Unsere Welt benötigt Frieden, Toleranz und Freundschaft», so Rogge, der danach «die Ehre» hatte, den Präsidenten Griechenlands Konstantinos Stefanopoulos einzuladen, die Olympischen Spiele zu eröffnen.
Um 23.44 Uhr Ortszeit sprach der Politiker dann die traditionellen Worte: «Ich erkläre die Olympischen Spiele von Athen zur Feier der 28. Olympiade moderner Zeitrechnung für eröffnet.»
Bei den ersten Sommerspielen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch wie nie. Anzeichen auf einen Anschlag gebe es laut dem Minister für öffentliche Ordnung, Giorgos Voulgarakis, aber nicht.

