06.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der weißrussische Sportminister Juri Siwakow ist mit dem olympischen Bann belegt worden. Damit kam die griechische Regierung einer Bitte der EU nach, die dem Politiker Menschenrechtsverletzungen vorwirft.
Der weißrussische Sportminister Juri Siwakow wird bei den Olympischen Spielen nicht die Delegation seines Landes anführen. Die Regierung Griechenlands hat am Freitag den Minister mit einem olympischen Bann belegt und ist damit einer Bitte der Europäischen Union (EU) gefolgt. In einem Bericht des Europarats werden Siwakow schwere Menschenrechtsverletzungen in seiner Zeit als amtierender Innenminister vorgeworfen.
Verschwinden von OppositionellenSiwakow soll als eine der Schlüsselfiguren für das Verschwinden von Oppositionellen in seinem Land verantwortlich sein. Ursprünglich sollte Siwakow die weißrussische Delegation bei den Olympischen Spielen in Athen (13. bis 29. August) anführen. «Angesichts der Vorwürfe gegen Herrn Siwakow ist ein Auftritt von ihm anlässlich der Olympischen Spiele in Athen nicht zu akzeptieren», heißt es in einem Statement der Europäischen Union.
Die griechische Regierung nahm dies auf. «Die Europäische Union ist der Meinung, dass Herrn Siwakow die Anwesenheit bei den Olympischen Spielen zu verbieten ist. Personen, die mit einem Bann der EU belegt sind, werden nicht nach Griechenland einreisen», sagte der griechische Regierungssprecher Evangelos Antonaros am Freitag.
Das weißrussische Außenministerium erhob inzwischen «schärfsten Protest» gegen das Vorgehen der griechischen Regierung. Man werde nicht hinnehmen, dass «General Siwakow die Einreise zu den Olympischen Spielen in Athen verweigert wird».
Europaweiter Bann geplantDie EU plant, Siwakow und andere Personen im September mit einem europaweiten Bann zu belegen. Mit dieser Maßnahme gilt Siwakow in allen 25 Ländern der EU als «unerwünschte Person». Wie Siwakow von der Einreise abgehalten werden soll, gab die griechische allerdings Regierung nicht bekannt. (nz)