04.12.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Neunter zum Auftakt: Michael Greis
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Nach dem schwachen Saisonstart der deutschen Biathlon-Damen haben sich auch die Herren zum Auftakt nicht mit Ruhm bekleckert und vor allem am Schießstand Luft nach oben gelassen. Von Niedergeschlagenheit ist im DSV-Lager jedoch keine Spur.
Die deutschen Biathletinnen brennen nach dem Fehlschuss-Festival in Schweden auf Wiedergutmachung. «Wir haben uns alle unter Wert verkauft. Wir wissen, dass wir es besser machen können und das wollen wir zeigen», sagte Kati Wilhelm vor dem ersten Sprintrennen im Biathlon-Weltcup am Samstag (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport) in Östersund. «Unter die ersten Acht würde ich schon ganz gerne laufen und am liebsten eine Null schießen», sagte die dreimalige Olympiasiegerin.
«Wir werden wieder angreifen. Top-Ten-Plätze sind das Ziel. Der einen oder anderen sollte es auch gelingen, auf das Stockerl zu kommen», sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Er hofft, dass seine Mädels über die 7,5 Kilometer ihr Herz in die Hand nehmen und den Schlüssel zum Erfolg finden. Bislang war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis der Einzige im gesamten deutschen Team, der es beim Weltcup-Auftakt im hohen Norden unter die ersten Zehn geschafft hatte. Im Sprint über die 10 Kilometer (Samstag, 14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) will der 33-Jährige endgültig das Olympia-Ticket lösen.
«In der Schießleistung waren wir nicht sehr gut»«Es war ein guter Saisonstart, wenn auch kein perfekter. Das Schießen mit zwei Fehlern war in Ordnung. Ich bin auf einem guten Weg und sehr zufrieden», sagte der Allgäuer nach Platz neun im Einzel am Donnerstagabend. Doch der 33-Jährige erkannte nach der ersten Standortbestimmung im Olympia-Winter: «In der Schießleistung waren wir mannschaftlich nicht sehr gut.»
29 Fehlschüsse hatten sich die Männer von Bundestrainer Frank Ullrich geleistet, 25 mal zielten die Frauen am Vortag daneben. «Man redet sicherlich drüber, denn wir haben uns alle über das letzte Schießen geärgert», sagte Kati Wilhelm am Freitag nach dem Training. Dort zeigte sie sich treffsicher. Immer wieder gab es Lob von Co- Trainer Gerald Hönig. «Prima gemacht.»
«Das darf man auf keinen Fall überbewerten»Auffällig war gewesen, dass die sieben Skijägerinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) im 15-Kilometer-Rennen am Mittwoch beim letzten Auftritt am Schießstand gleich 14 mal die Scheibe nicht getroffen hatten. «Das war Kopfsache», sagte Müssiggang. Der erfahrene Trainer hakte den schlechtesten Saisonstart seit zehn Jahren schnell und emotionslos ab. «Das darf man auf keinen Fall überbewerten. Sie wissen, dass sie mit dabei sind.»
So sieht das auch Kati Wilhelm, die bei der letzten Weltmeisterschaft in Südkorea den Titel im Einzel und im Sprint gewonnen hatte. «Sicherlich war die Konzentration nicht so, wie sie sein sollte beim letzten Schießen. Man muss auch erst wieder reinkommen in den Wettkampf-Alltag, in die Routine.» (Volker Gundrum, dpa)
Ergebnis 20 km Herren (03.12.2009):1. Emil Hegle Svendsen (Norwegen) 52:43,7 Min./1 Schießfehler;
2. Tim Burke (USA) + 0:35,5/1;
3. Christoph Sumann (Österreich) + 0:49,5/1;
4. Maxim Tschudow (Russland) + 0:50,3/1 und Friedrich Pinter (Österreich) + 0:50,3/2;
6. Björn Ferry (Schweden) + 1:01,6/1;
7. Martin Fourcade (Frankreich) + 1:02,4/2;
8. Lars Berger (Norwegen) + 1:52,1/3;
9. Michael Greis (Nesselwang) + 2:06,6/2;
10. Jean Philippe Leguellec (Frankreich) + 2:16,8/2;
11. Alexander Wolf (Oberhof) + 2:28,3/2;
...
46. Michael Rösch (Altenberg) + 4:51,8/5;
53. Christoph Stephan (Oberhof) + 5:10,6/5;
55. Andreas Birnbacher (Schleching) + 5:14,7/5;
65. Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) + 5:34,0/4;
104. Christoph Knie (Bad Berleburg) + 9:05,9/6