Weltcuprennen in Hamar ohne die Berlinerin: 

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Weltcuprennen in Hamar ohne die Berlinerin 

Lupe Sportgericht lässt Pechstein weiter nicht aufs Eis

Den ganzen Tag über saß Claudia Pechstein auf gepackten Koffern - dann kam die Entscheidung: Eilantrag abgelehnt. Die gesperrte Eisschnellläuferin darf in Norwegen nicht starten.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat am Freitag erneut einen Eilantrag von Claudia Pechstein abgelehnt. Damit darf die fünfmalige Eisschnellauf-Olympiasiegerin auch nicht beim Weltcup am Wochenende im norwegischen Hamar starten. Die Berlinerin ist derzeit wegen auffälliger Blutwerte gesperrt.

Mit dem Antrag wollte Pechstein ihren Start am Samstag in Hamar erzwingen, um ihre Chancen auf ihre sechste Olympia-Teilnahme zu wahren. Pechsteins Anwalt Christian Krähe hatte die Dringlichkeit des Antrags mit «irreparablen Schäden» für die Olympia-Qualifikation Pechsteins begründet. Schließlich sei das 5000-Meter-Rennen von Hamar das einzige für die Olympia-Qualifikation relevante Wettkampf über Pechsteins Spezialdistanz.
Auf gepackten Koffern
Der CAS teilte in seiner Begründung hingegen mit, dass «in Anbetracht aller verfügbarer Information die Erfordernisse für die Zustimmung zum Eilantrag» nicht gegeben seien. Sie folgten damit der Argumentation des Weltverbandes Isu, wonach die Athleten die Startplätze nicht für sich selbst, sondern für ihren Verband herauslaufen. Damit sei es Sache des deutschen Verbandes, Pechstein im Falle des Freispruchs für einen Olympia-Platz zu nominieren, den andere erkämpft hätten.

«Mit dieser Argumentation hat die Isu für jeden offen dargelegt, dass Fairplay nicht zu ihren Grundsätzen zählt», erklärte Pechstein frustriert und fügte hinzu: «Da muss man sich ja schämen, jemals für diesen Verband gelaufen zu sein.» Pechstein hatte am Freitag den ganzen Tag über auf gepackten Koffern gesessen, um im Falle eines positiven Bescheids durch den CAS dem deutschen Team noch nach Norwegen nachreisen zu können.

«Beschämend, wie ich behandelt werde»
Mit der Ablehnung des Eil-Antrags ist aber die von vielen erwartete definitive Tendenz für das Urteil nicht vorgegeben. Am Donnerstag hatte der CAS zum dritten Mal die Verkündung seines Urteils im Fall der Läuferin verschoben. Neuer Termin für das Urteil ist nun der Mittwoch kommender Woche.

Die Chancen von Deutschlands erfolgreichster Winter-Olympionikin auf die Qualifikation für die Winterspiele Vancouver vom 12. bis 28. Februar 2010 sind damit weiter gesunken. Pechstein hatte zuvor die Verschiebung des Urteils kritisiert. Auf ihrer Homepage griff sie die CAS-Richter mit den Worten an: «Ich bin es leid, immer die starke Frau zu mimen. Ich empfinde es als beschämend, wie ich behandelt werde.» (dpa/nz)