Deutsche Sprintstaffel meldet sich zurück
Über der deutschen Sprintstaffel kann niemand mehr den Stab brechen. «Das war eine Supersache und ein wichtiges Zeichen», sagte Tobias Unger, nachdem der «Schwabenpfeil» und seine Mitstreiter in Helsinki über 4 x 100 Meter auf den siebten Platz gerannt waren. Erstmals seit 1993 in Stuttgart stand überhaupt wieder ein Männer-Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) im WM-Finale.
Die bei dieser WM so überragenden US-Sprinter erlebten wie schon 1995 in Göteborg und 1997 in Athen ein Debakel: Die Ersatzläufer Mardy Scales und Leonard Scott verpatzten am Freitagabend den ersten Stabwechsel. Vor allem Maurice Greene stand als Schlussläufer da wie bestellt und nicht abgeholt. «Es sieht so aus, als wäre ich für einen verregneten Urlaub nach Finnland gekommen», sagte der Olympiasieger und Ex-Weltrekordler. Zudem verdarben die US-Asse Justin Gatlin den großen Triumph: Der 100- und 200-Meter-Weltmeister hätte über 4 x 100 Meter sein drittes Gold holen können.
Über 4 x 400 Meter hatten die DLV-Viertelmeiler nicht viel zu bestellen: Simon Kirch (Saarbrücken), Kamghe Gaba (Frankfurt/Main), Florian Seitz (Berlin) und Bastian Swillims (Magdeburg) schieden in 3:03,17 Minuten in der ersten Runde aus. «Die Stimmung war ja ganz gut im Stadion und auch bei uns», sagte Swillims. «Aber als wir die Zeit auf der Anzeigetafel gesehen haben, war sie im Keller.»
Dafür zog die Frauen-Staffel, von Grit Breuer jahrelang zu Erfolgen gezogen, ins Finale ein: Claudia Marx (Erfurt), Claudia Hoffmann (Potsdam), Korinna Fink (Frankfurt/Main) und Ulrike Urbansky (Erfurt) profitierten als Vierte des ersten Laufs von der Disqualifikation der USA. Im Finale reichte es dann zum sechsten Platz. Gold gab es zum Abschluss der Jubiläums-WM in den langen Sprintstaffeln für Russland (Frauen) und die USA (Männer).
