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Lupe Kleinert nach fünftem Platz ratlos

Eigentlich auf zweite Plätze abonniert, reichte es für die Kugelstoßerin Nadine Kleinert bei der WM in Helsinki nur zu Rang fünf. Bereits im Vorfeld hatte die Magdeburgerin eine Vorahnung.

Von Ulrike John, dpa

Dieses Mal kam Nadine Kleinert nicht groß heraus. Die mit 1,90 Meter hoch gewachsene Kugelstoßerin enttäuschte als Fünfte bei der Leichtathletik-WM in Helsinki und zuckte nach ihrem Auftritt am Samstagabend etwas ratlos die Schultern. «Ich bin auch kein Roboter, der immer eine Medaille holen kann», sagte die zweimalige Vize-Weltmeisterin aus Magdeburg und verwies auf eine leichte Leistenzerrung, die sie sich am Vortag zugezogen hatte.

Favoritinnen weiter hinten
Kleinert war nicht die einzige Mitfavoritin, die ein langes Gesicht machte. Olympiasiegerin Yumileidi Cumba aus Kuba wurde Sechste, Titelverteidigerin Swetlana Kriweljowa aus Russland Vierte. Gold gewann die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 20,51 Meter. Silber ging an die Russin Olga Rjabinkina und Bronze überraschend an die Neuseeländerin Valerie Vili.

Irgendwie hatte es Kleinert vorher geahnt. «Im letzten Jahr bin ich als Achtbeste der Welt zu den Olympischen Spielen in Athen angereist und als Zweite gegangen. Jetzt bin ich Dritte und reise vielleicht als Achte ab», sagte sie kurz vor ihrem Wettkampf. Die deutsche Meisterin hatte zwar in diesem Sommer erstmals über 20 Meter gestoßen, doch beim Saisonhöhepunkt musste sie zittern, um überhaupt den Endkampf der besten Acht zu erreichen. «Ich bin total schwer in den Wettkampf gekommen», klagte sie.

Erster Versuch der Knackpunkt
Nach einem ungültigen Versuch und schwachen 17,92 stieß sie die vier Kilo schwere Kugel erst im dritten Durchgang auf 18,70 Meter hinaus. Dann konnte sie sich nur noch auf 18,87 und 19,07 steigern. «Der Knackpunkt war der erste Versuch. Der war 19,20 - aber ungültig», erklärte Kleinert.

Wenigstens konnte die routinierte Athletin den Angriff der «jungen Wilden» im eigenen Lager abwehren. Der erst 19 Jahre alten Christina Schwanitz vom SV Neckarsulm fehlten am Ende 23 Zentimeter für den Endkampf: Mit 18,02 Metern wurde sie bei ihrem WM-Debüt Neunte. Die hochtalentierte U 23-Europameisterin Petra Lammert (Stuttgart) war in der Qualifikation gescheitert.

Kumbernuss weiter präsent
In der Vergangenheit war Kleinert auf Silber abonniert: Vize- Weltmeisterin 1999 in Sevilla und 2001 in Edmonton. Und in Athen war sie auf Platz zwei hochgestuft worden, nachdem die russische Olympiasiegerin Irina Korschanenko wegen Dopings disqualifiziert wurde. Die Fußstapfen der Olympiasiegerin und dreifachen Weltmeisterin Astrid Kumbernuss scheinen noch etwas zu groß für Kleinert. «Schade, dass Astrid aufgehört hat», sagte sie über die Neubrandenburgerin. «Ich habe versucht, sie zu überreden, dass sie weitermacht. Aber sie hat Nein gesagt.»