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Lupe Medaillenhoffnung Kleinert nur auf Rang fünf

Ohne Medaille muss die deutsche Kugelstoßerin Nadine Kleinert von der Leichtathletik-WM nach Hause fahren. Der Weitspringer Dwight Phillips holte unterdessen die 100. WM-Goldmedaille für die USA.

Die Kugel von Nadine Kleinert war diesmal nicht aus Edelmetall. Ein Jahr nach dem Gewinn von Olympia-Silber in Athen kam die 29-Jährige vom SC Magdeburg im WM-Finale von Helsinki nicht über den fünften Platz hinaus. Mit 19,07 Meter war am Samstag nichts zu gewinnen - die deutsche Meisterin hat in dieser Saison schon 99 Zentimeter weiter gestoßen. «Davon geht die Welt nicht unter», sagte Nadine Kleinert, «ich bin auch kein Roboter, der immer eine Medaille holen kann.» Die zehn Jahre jüngere Christina Schwanitz (Neckarsulm) zog sich bei ihrer WM-Premiere ordentlich aus der Affäre und landete auf Platz neun (18,02).
Titel nach Weißrussland
Ihren ersten Weltmeistertitel gewann die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 20,51 Meter. Silber erkämpfte die Russin Olga Rjabinkina (19,64) vor der Überraschungs-Dritten Valerie Vili aus Neuseeland (19,62). Als der letzte Versuch von Nadine Kleinert ungültig war, hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am vorletzten Wettkampftag keine Medaillenchance mehr. Fast zeitgleich verpasste die DLV-Männerstaffel über 4 x 400 Meter das Finale.

Bisher gab es für die Deutschen bei den 10. Leichtathletik- Weltmeisterschaften ein Mal Gold und zwei Mal Bronze. Am abschließenden Sonntag soll der Speer von Steffi Nerius aber noch einmal auf einen Medaillenrang fliegen.

100. Gold für die USA
Weitspringer Dwight Phillips hat in Helsinki die 100. Goldmedaille für die USA bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften gewonnen. Der Olympiasieger siegte überlegen mit der Jahresweltbestleistung von 8,60 Meter und verteidigte damit seinen Titel. Silber holte mit 8,34 Meter Ignisious Gaisah aus Ghana. Tommi Evila gewann als Dritter mit 8,25 die erste Medaille für WM-Gastgeber Finnland. Der deutsche Meister Nils Winter aus Leverkusen belegte mit nur 7,72 Meter den zwölften und letzten Rang im Finale.
Äthiopien sorgt für Novum
Mit Gold über 5000 Meter hat Tirunesh Dibaba das historische Double bei einer Leichtathletik-Weltmeisterschaft perfekt gemacht. In 14:38,59 Minuten gewann die 19 Jahre alte Äthiopierin am Samstag in Helsinki nach den 10 000 Metern ihren zweiten Titel. Für ein weiteres WM-Novum sorgte sie mit ihren äthiopischen Teamkolleginnen, die die Plätze zwei bis vier belegten.

Freude gab es auch im amerikanischen Team. Die 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen hat erstmals seit 1997 wieder den WM-Titel gewonnen. Im Finale von Helsinki setzten sich das US-Quartett mit 100-Meter-Weltmeisterin Lauryn Williams am Samstag in 41,78 Sekunden gegen Olympiasieger Jamaika (41,99) und Weißrussland (42,56) durch. Für die USA war es die 99. Goldmedaille in der WM-Geschichte.

Frankreich erstmals Weltmeister
Bei den Männern setzte sich die Auswahl Frankreichs durch und feierte damit zum ersten Mal den WM-Titel. In 38,08 Sekunden gewann das Quartett vor Trinidad und Tobago (38,10) sowie Olympiasieger Großbritannien (38,27). Das deutsche Quartett landete in 38,48 Sekunden auf Platz sieben, war aber erstmals seit 1993 wieder in einem WM-Finale vertreten. WM-Rekordgewinner USA war bereits im Vorlauf nach einem Wechselfehler ausgeschieden.

Nach dem goldenen Marathon von Helsinki fehlt dem früheren Fußballer Jaouad Gharib nun noch ein WM-Titel zum Hattrick. Der 33 Jahre alte Marokkaner gewann die klassischen 42,195 Kilometer in 2:10:10 Stunden und wiederholte damit seinen Sieg von 2003 in Paris. Gharib ist erst der zweite erfolgreiche Titelverteidiger der WM- Geschichte in der längsten Laufdisziplin: Der Spanier Abel Anton siegte 1997 in Athen und holte auch 1999 in Sevilla Gold.

«Ich möchte den finnischen Zuschauern an der Strecke für ihre Unterstützung danken», sagte der glückliche Sieger. Silber erkämpfte Christopher Isegwe aus Tansania (2:10:21), Bronze ging an den Japaner Tsuyoshi Ogata (2:11:16). Von 96 Läufern erreichten 61 das Ziel im Olympiastadion von 1952.

Neue Jahresbestzeit
Weltrekordlerin Julia Petschonkina gewann Gold über 400 Meter Hürden. Die Russin siegte am Samstag in der Jahresweltbestzeit von 52,90 Sekunden vor den Amerikanerinnen Lashinda Demus (53,27) und Sandra Glover (53,32).

Die Doping-Tests der tschechischen Zehnkämpfer Roman Sebrle und Tomás Dvorak sind negativ gewesen. Dies teilte der Weltverband IAAF am Samstag mit. Beide Athleten waren am vergangenen Mittwoch unmittelbar nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf kontrolliert worden. Sebrle, der WM-Zweiter wurde, und Dvorak hatten vor dem Rennen Glucose-Infusionen erhalten und damit Spekulationen über einen möglichen Regelverstoß ausgelöst. «Es gibt keinen Hinweis auf eine Manipulation der Kontrollen», hieß es in der IAAF-Mitteilung. Auch ein Bluttest, der zusätzlich bei Olympiasieger Sebrle vorgenommen wurde, habe keine auffälligen Ergebnisse gezeigt. (nz)