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Lupe Williams Weltmeisterin über 100 Meter

Lauryn Williams ist derzeit die schnellste Frau der Welt. Die US-Amerikanerin hängte die Konkurrenz auf den letzten Metern ab.

Lauryn Williams ist genau 22 Jahre nach dem DDR-Doppelerfolg durch Marlies Göhr und Marita Koch bei der ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki die schnellste Frau der Welt. Mit dem 100-Meter-Triumph am Montagabend wurde für die erst 21 Jahre alte Olympia-Zweite aus Miami/USA ein Traum wahr. Sie hatte den Regenguss, der kurz vor dem Start über den Finalistinnen niederging, am besten weggesteckt und setzte sich in 10,93 Sekunden vor Veronica Campbell (Jamaika/10,95) und Christine Arron (Frankreich/10,98) durch.
Begossene Pudel
«Das ist ganz wunderbar. Den Regen habe ich gar nicht mehr wahrgenommen», sagte die überglückliche Siegerin, die sich am Abend noch mit einem «Fest-Menü» aus Pommes Frites und Eiscreme belohnen wollte. Ihr prominenten Konkurrentinnen wie Europarekordlerin Arron (Frankreich), die Weltjahresbeste Chandra Sturrup (Bahamas) als Vierte und Olympiasiegerin Julia Nesterenko aus Weißrussland als Letzte sahen aus wie begossene Pudel.

Am 8. August 1983 ebenfalls im Olympiastadion von Helsinki hatten Göhr und Koch gewonnen, dieses Mal wurde Williams Nachfolgerin ihrer US-Kollegin Torri Edwards und gewann das sechste Gold auf dieser Distanz für die USA. Dabei hatte sich Arron so große Hoffnungen gemacht, mit 31 Jahren endlich den Sprint-Thron zu besteigen. Die Französin war mit 10,96 Sekunden die Schnellste des Halbfinals. Sie hatte zuvor alle drei Golden-League-Rennen gewonnen und erinnerte an ihr großes Jahr 1998: Da hatte sie den noch heute gültigen Europarekord (10,73 Sekunden) aufgestellt und auch mit der Staffel ihres Landes den Titel geholt.

Schneller als Arron waren bisher nur die inzwischen gestorbene Amerikanerin Florence Griffith-Joyner und die ebenfalls in Doping-Schlagzeilen geratene Marion Jones. Am 28. Juni 2002 brachte Arron Söhnchen Ethan zur Welt. Ein Jahr später feierte sie ausgerechnet in Paris als Schlussläuferin der siegreichen Staffel und als Finalteilnehmerin im Einzel ein glänzendes Comeback. Doch die weltweite Krönung blieb ihr abermals versagt.

Nesterenko kaum zu sehen
Julia Nesterenko konnte ihren Coup von Athen nicht wiederholen: Bei den Olympischen Spielen war sie aus dem Nichts aufs oberste Treppchen gestürmt und musste sich viele Fragen gefallen lassen. Auch in diesem Jahr war die Weißrussin kaum zu sehen und lieferte lediglich in Eugene/USA mit 11,47 Sekunden eine ganz schwache Vorstellung. Doch rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt war sie wieder in Schwung gekommen und hatte einige scharfe Seitenblicke von ihren Konkurrentinnen ertragen müssen. Doch die hatten die Falsche im Auge. (nz)