Riedel steht vor schwerer WM
15 Jahre lang war er der Chef im Ring, für seine achte Weltmeisterschaft qualifizierte sich Diskus-Recke Lars Riedel aber erst in letzter Minute. Vielleicht ein gutes Omen, denn manchmal sind die Letzten ja die Ersten. Für den fünffachen Weltmeister wird es bei der WM-Entscheidung auf jeden Fall ganz schwer, an alte Triumphe anzuknüpfen. Das weiß der Sonnyboy aus Sachsen selbst am besten, doch auch ein Realist wie Riedel lässt sich die Hoffnung nicht nehmen. «Mal sehen, ob ich gleich einen Richtigen raushauen kann. Für 66 Meter gibt es vielleicht schon eine Medaille. Warum nicht?», meinte der Oldie im DLV-Team am Freitag.
Beim Meeting in Schönebeck hatte Riedel vor einer Woche gleich für mehrere Zittereinlagen gesorgt und war erst mit einem Kraftakt im vierten Versuch (65,86 Meter) auf den WM-Zug gesprungen. Die drei ersten Würfe waren ungültig. Sein Manager Helmut Ebert hat den Modellathleten noch nie so erleichtert gesehen. Riedels achtes WM- Ticket war zugleich das schönste Geschenk für seinen Trainer Karl- Heinz Steinmetz, der tags darauf 63 wurde.
Falls Riedel wider Erwarten sogar ganz oben auf dem Siegerpodest stehen sollte, wäre der Gold-Junge der älteste Weltmeister der Leichtathletik-Geschichte. Sonntag in Suomi - ein guter Tag zum Aufhören? Daran denkt der einstige Seriensieger (noch) nicht. Riedel: «Da will ich mich jetzt noch nicht festlegen.»
