19. Nov 2008 12:28
Bei Real Madrid kochen die Emotionen hoch: Neben der sportlichen Krise, die Trainer Bernd Schuster kaum noch vor die Tür treten lässt, sorgt bei den «Königlichen» ein altes Foto für Aufregung.
«Seit zweieinhalb Jahren torpediert dieser Herr die Arbeit des Vorstandes», schimpfte Calderón über den Vorgänger. Der Grund des Ärgers: Das Foto erinnert die Fans an die Zeiten der «Galaktischen», als Weltstars wie Zidane, David Beckham oder Luis Figo für die Madrilenen kickten. Pérez hatte es fertiggebracht, die Real-Anhänger jedes Jahr mit der Verpflichtung eines neuen Superstars zu beglücken. Ganz anders Calderón: Er hatte den Fans den Brasilianer Kaká versprochen und wollte den Portugiesen Cristiano Ronaldo an Land ziehen, erlebte auf dem Transfermarkt aber fast nur Reinfälle. Heute spielt für Real kein einziger Weltstar mehr. Der Real-Boss fürchtet den Vorgänger wie den Leibhaftigen. Für ihn steht fest, dass Pérez das Foto mit Absicht lanciert hat, weil der steinreiche Bauunternehmer an die Vereinsspitze zurückkehren und ihm den Posten streitig machen will.
Neben der sportlichen Krise und den Spekulationen um einen Hinauswurf von Trainer Bernd Schuster ist bei den «Königlichen» nun auch ein Machtkampf ausgebrochen. «Es herrscht Krieg», titelte das Sportblatt «Marca» am Mittwoch. Calderón geriet über das Foto so in Wallung, dass er sich förmlich in Rage redete. Unter Anspielung auf den - vom Vorgänger verpflichteten - Italiener Antonio Cassano sagte er: «Pérez sollte sich mal neben einem Spieler ablichten lassen, der aus Madrid vier Milliarden Pesetas (24 Millionen Euro) mitnahm und der hier die Geburtenrate gesteigert und die Prostitution belebt hat.» Damit spielte Calderón auf eine kürzlich erschienene Biografie des Stürmers an, in der der heutige Profi von Sampdoria Genua damit prahlte, mit 600 oder 700 Frauen geschlafen zu haben.