Taufe statt Training: 

netzeitung.deSchuster macht sich unbeliebt

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Der Trainer als Zielobjekt: Schuster und die Fotografen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Trainer als Zielobjekt: Schuster und die Fotografen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Noch ist er im Amt, die Demission des deutschen Trainers bei Real Madrid scheint aber nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Neben den sportlichen Enttäuschungen um das Team der «Königlichen» hat Schuster sich weiteren Ärger eingehandelt.

Bernd Schuster steht offenbar kurz vor der Ablösung als Trainer von Real Madrid. Das Sportblatt «As» will erfahren habe, dass das Schicksal des Coaches beim spanischen Meister bereits besiegelt sei. «Die Urteil über Schuster ist gesprochen», berichtete das Blatt am Montag. «Der Deutsche verbringt seine letzten Stunden als Trainer Reals.» Sportdirektor Pedja Mijatovic und der Technische Berater Miguel Angel Portugal seien schon auf der Suche nach einem Nachfolger. Eine Quelle nannte «As» für seine Informationen allerdings nicht.

Zu allem Überfluss handelte Schuster sich neuen Ärger ein. Er erschien nicht zu einem freiwilligen Sondertraining, das er nach Medienberichten nur widerwillig angesetzt hatte. Schuster hatte demnach seinem Team trotz der 0:1-Schlappe bei Real Valladolid zwei Tage frei geben wollen.

Taufe und Pferderennen statt Training
Auf Empfehlung von Mijatovic setzte er dann für Sonntag doch ein freiwilliges Training an, zu dem allerdings nur fünf Profis erschienen. Schuster zog es nach diesen Angaben vor, zur Taufe seiner Tochter Victoria nach Salamanca zu fahren. Dies kam angesichts der Krise bei den «Königlichen» in den spanischen Medien nicht gut an. Dass das Real-Idol Raúl sich derweil Pferderennen anschaute, wurde allenfalls am Rande notiert.

Während Real nach seinem Pokal-Aus gegen den Drittligisten Real Unión Irún und der Pleite in Valladolid immer tiefer in der Krise versinkt, setzte der FC Barcelona seine Siegesserie fort. Das Team von Trainer Josep Guardiola landete mit einem 2:0 bei Recreativo de Huelva seinen neunten Liga-Sieg in Serie und baute als Tabellenführer seinen Vorsprung vor den Madrilenen auf fünf Punkte aus.

Die Suche nach dem Schuldigen
«Schuster macht frei, Guardiola handelt», titelte «El País» bissig. Spaniens größte Tageszeitung - sie gehört zur selben Mediengruppe wie «As» - lässt kein gutes Haar an Schuster: «Der Trainer sollte dem Team Mut machen, aber er hat selbst schon vor Monaten aufgesteckt.»

Dagegen meinen es die Zeitung «El Mundo» und das Sportblatt «Marca» aus dem Konkurrenz-Verlag besser mit Schuster. Reals Führungsetage lasse den deutschen Trainer gezielt in einem schlechten Licht erscheinen, um einen Sündenbock zu haben und von eigenen Versäumnissen abzulenken, meint «El Mundo». Der «Marca»-Kolumnist Roberto Palomar ergänzt: «Der beste Trainer der Welt hätte es nicht anders gemacht als Schuster.»

Nach einer «Marca»-Umfrage geben nur 16 Prozent der Fans dem Trainer die Schuld für die Krise. 27 Prozent machen die Spieler verantwortlich - und 56 Prozent den Vorstand. (dpa)