16.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ratlos: Bernd Schuster
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach einer erneut erschreckend schwachen Leistung von Real Madrid gehen Trainer Bernd Schuster langsam aber sicher die Argumente aus. Es scheint, als sei die Zeit des Deutschen bei den «Königlichen» abgelaufen.
Verloren, aber nicht gefeuert: Trainer Bernd Schuster hat mit Real Madrid das vermeintliche «Schicksalsspiel» bei Real Valladolid zwar mit 0:1 verloren, bleibt aber weiter in Amt. «Alles deutet darauf hin, dass Schuster beim spanischen Fußball-Meister auch am kommenden Samstag auf der Bank sitzen wird», schrieb das Sportblatt «As» am Sonntag.
Presse: «Real befindet sich im freien Fall» Allerdings hängt das Traineramt des Deutschen am seidenen Faden, denn mit der Niederlage im Punktspiel beim Abstiegskandidaten spitzte sich die Krise der «Königlichen» weiter zu. Klubchef Ramón Calderón und Sportdirektor Pedja Mijatovic verließen das Zorilla-Stadion, ohne ein Wort zu sagen - und ohne Schuster den Rücken zu stärken. «As» forderte auf seiner Titelseite den Hinauswurf des Trainers: «Schuster ist die Mannschaft aus den Händen geglitten. Seine Entlassung ist angebracht.» Die Zeitung «El País» titelte: «Real befindet sich im freien Fall.» Und das Konkurrenzblatt «El Mundo» erklärte die Schuster-Elf gar für «tot»: «Real verlangt nach seiner Autopsie.»
Schuster hatte nach zuletzt vielen Gegentoren die Defensive gestärkt. Folge: Das kleine Valladolid, das nur über ein Zwanzigstel des Budgets der Madrilenen verfügt und vor einer Woche 0:6 beim FC Barcelona untergegangen war, dominierte die Partie und erzielte in der 47. Minute durch Néstor Canobbio das Siegtor. «Schuster ließ die Madrilenen im Stile eines Viertligisten spielen, mit Hauruck-Fußball und langen Bällen in die Spitze», befand «El País». Der ehemalige HSV-Kapitän Rafael van der Vaart enttäuschte und wurde ausgewechselt. Sogar Torwart Iker Casillas, der sich Hoffnungen auf die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres macht, zeigte Unsicherheiten.
Schuster sieht Zeichen der BesserungSchuster sah dennoch Anzeichen einer Besserung: «Meine Elf hat Kampfgeist bewiesen. Die Niederlage war nicht verdient», meinte er. «Wir hatten auch im vorigen Jahr schwierige Momente überwunden.» Reals Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit sprechen in der Tat gegen einen Trainerwechsel: Vor zwei Jahren hielt Klubchef Calderón eisern an Fabio Capello fest, als alle Welt den Hinauswurf des Trainers verlangte. Am Saisonende wurde Real Meister. 2005 dagegen stürzte die Entlassung von Vanderlei Luxemburgo die Madrilenen in eine noch schlimmere Krise.
Auch das zweite Samstagsspiel der Primera División endete mit einer Überraschung: Titelanwärter FC Valencia ließ sich im heimischen Mestalla-Stadion auskontern und unterlag Aufsteiger Sporting Gijón mit 2:3. (dpa)