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«Wer kennt Hens in drei Monaten noch?»
06. Feb 2007 09:59

Pascal Hens, Christian Schwarzer, Markus Baur (v.l.n.r.)
Bild vergrößern
Foto: dpa
Ein ganzes Land hat sich am WM-Triumph der deutschen Handballer berauscht. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, hat dennoch Zweifel, dass die Euphorie der Liga langfristig nutzt.
 
Frage: Deutschland feiert die Nationalmannschaft. Profitiert die Handball-Bundesliga von dieser WM?

Mehr in der Netzeitung:
Frank Bohmann: Natürlich. Aber wir werden uns dadurch nicht strategisch sanieren. Der Erfolg in der Handball-Bundesliga hängt von kontinuierlicher Arbeit ab, nicht von einem Mega-Event.

Frage: Gibt es Synergieeffekte?

Bohmann: Fragen sie mal, wer Pascal Hens vor der WM kannte - und fragen sie mal jetzt. Aufgabe der Bundesliga wird es nun sein, diesen Erinnerungswert zu verstärken. Wer kennt Pascal Hens in drei Monaten noch. Den Schwung nehmen wir gern mit, er gibt für eine Zeit ordentlich Rückenwind. Aber man sollte das nicht überschätzen.

Frage: Führt die große Terminflut zu einer Überlastung der Spieler?

Bohmann: Die ist tatsächlich da. Es gibt zu viele Verletzte, das ist ein Stück weit verantwortungslos. Aber die Belastung in der Bundesliga ist seit 15 Jahren konstant. Es gibt 34 Punktspiele und sechs Partien für den Pokalsieger.

Frage: Demnach fordern sie weniger internationale Termine.

Bohmann: Die Vereine bezahlen die Spieler zu 100 Prozent. Aber sie stellen die Spieler für dreieinhalb Monate ab für alle möglichen Wettbewerbe, ohne davon zu profitieren. Natürlich wird die Entwicklung einer Sportart ganz wesentlich von den großen Ereignissen wie EM oder WM bestimmt. Aber das muss ausgewogen sein.

Frage: Was halten Sie von den Überlegungen, die WM von 2011 an nur noch alle vier Jahre auszutragen?

Bohmann: Viel. Ich glaube, dass weniger manchmal mehr ist. Eine WM alle vier Jahre kann man viel besser vermarkten, viel besser präsentieren. Außerdem ist der Erinnerungswert größer.

Das Interview führten Heinz Büse und Martin Kloth von dpa





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