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Presse: «An der deutschen Mauer zerschellt»
05. Feb 2007 13:17

Henning Fritz (r.) und Heiner Brand
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Foto: dpa
In der internationalen Presse ist man sich weitestgehend einig: Der Titel für die deutsche Mannschaft ist nicht unverdient - auch wenn die Schiedsrichter mitgeholfen haben.
 
POLEN:

Rzeczpospolita: Die Polen kehren mit Silber zurück. Unsere Mannschaft verlor in Köln das große Finale gegen die Deutschen 24:29. Die Rivalen führten von Anfang an, die Mannschaft von Bogdan Wenta konnte die Verluste trotz ehrgeizigen Kampfes nicht aufholen. Aber auch Silber ist ein ungeheurer Erfolg. Die Wahrheit ist, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat. Die Polen waren ein Schatten der Mannschaft, die nach ihren anfänglichen Auftritten Ovationen erhielt.

Gazeta Wyborcza: Silber ist super, aber es bleibt Bedauern. Die polnischen Handballer kehren als Vizeweltmeister mit Silbermedaillen zurück. Zwar verloren sie das Finale gegen die Deutschen 24:29, aber sie sind auch so genial. Vor der WM wurde ihnen nicht viel zugetraut, und sie wiederholten den Erfolg der Volleyballer vor zwei Monaten. In den neun vorangegangenen Spielen der WM machten die Polen nicht so viele Fehler. Alles wendete sich gegen sie.

Dziennik: Die Goldmedaille war zum Greifen nahe, aber es ist auch so ein großer Erfolg. Unsere Mannschaft wollte im Finale gegen die Deutschen zu sehr gewinnen. In den entscheidenden Momenten fehlte den Polen das Glück.

Super Express: Wir zerschellten an der deutschen Mauer. Die Weiß-Roten hielten nicht die Form vom Anfang des Turniers durch. Im Finale verließen die Nerven das Team. Schade, wir hätten Gold haben können.


DÄNEMARK:

Jyllands-Posten: Die WM schloss mit deutschem Handballrausch. Das Finale war spielerisch nicht so toll. Aber ein klasse Torwart und eine beeindruckende Zuschauerleistung trieben Deutschland zum Triumph.

B.T.: Trainer Heiner Brand und Co. schafften das Unmögliche. Davor kann man nur den Hut ziehen. Niemand hatte die Deutschen zu den Favoriten gezählt. Mit ein bisschen Schiedsrichterhilfe wuchsen sie aber auf vorbildliche Weise von Spiel zu Spiel.

Ekstra Bladet: Die Deutschen gewann das Finale auf eigenem Platz. Das war wohl die kleinste Sensation der Welt.


SPANIEN:

Marca: Deutschland gewinnt seinen dritten WM-Titel, allerdings mit Hilfestellung. Das Turnier wird in Erinnerung bleiben wegen der Hilfen, die die Schiedsrichter dem Team der Gastgeber gewährten. Der Titelgewinn der Deutschen hatte schon im Drehbuch gestanden.

As: Die Deutschen gewinnen ihre Weltmeisterschaft. Auch im Finale waren die Unparteiischen Heimschiedsrichter. Aber das ist in dieser Sportart so üblich.

Sport: Die Polen konnten nach ihrer Aufholjagd ihre einmalige Chance nicht nutzen. Am Ende waren sie nur Zuschauer.


FRANKREICH:

Libération: Die Franzosen sind Opfer ihres fehlenden Willens. Die Bilanz der Männer von Claude Onesta ist erschreckend. Sie begannen den Wettbewerb mit dem Etikett des Favoriten auf dem Rücken. Sie beendeten ihn unter den Pfiffen der Zuschauer der Kölnarena, die von der Märtyrerhaltung der Bleues nach ihrer Niederlage im Halbfinale gegen Deutschland angewidert waren.

Le Parisien: Die Bleues waren nicht mehr bei der Sache. Die Deutschlandreise der französischen Mannschaft endet mit einem Flop.

Le Figaro: Die moralisch und physisch geforderten Bleues fanden es schwer, ihre Enttäuschung zu überwinden. Sie beenden den Wettbewerb am Fuße des Podiums.

L'Equipe: Zu angeschlagen, um reagieren zu können. Unfähig, die Enttäuschung im Halbfinale überwinden zu können, beenden die Franzosen ihr Turnier mit einem Misston. Deutschland verstand es von Anfang an, sich seines Publikums zu bedienen und ein Spiel aufzuziehen, das den Anforderungen eines solchen Turniers perfekt angepasst ist. (nz)





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