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Deutsche Handballer sind Weltmeister
04. Feb 2007 17:05, ergänzt 18:27

Kapitän Markus Baur und die deutsche Handball-Nationalmannschaft feiern den WM-Titel
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Foto: dpa
Die deutschen Handballer haben sich ihren Traum vom Titel erfüllt. Im Finale der Handball-Weltmeisterschaft bewiesen die Spieler von Trainer Heiner Brand gegen das polnische Team Nervenstärke.
 
Der Traum von Bundestrainer Heiner Brand und seiner Spieler ist tatsächlich wahr geworden. Die deutschen Handballer sind vor 19.000 Zuschauern in der KölnArena zum dritten Mal nach 1938 und 1978 Weltmeister geworden. 29:24 (17:13) stand es am Ende, aber die Zahlen können kaum verraten, welchen Krimi die letztlich überraschend ins Finale gekommenen Polen der Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand bereiteten.

Qualifikation für Olympia 2008

Mehr in der Netzeitung:
Durch den Sensationserfolg qualifizierte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit der gelungenen Revanche für die 25:27-Vorrundenniederlage als erste Mannschaft direkt für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

19.000 Zuschauer in der ausverkauften Kölnarena und tausende Fans beim Public Viewing in ganz Deutschland zelebrierten eine Handball-Party nie gekannten Ausmaßes. Mittendrin tanzte Bundestrainer Heiner Brand, der als «Handball-Kaiser» wie Franz Beckenbauer den WM-Titel als Spieler und Trainer gewonnen hat. «Die Fußball-WM war ein Sommermärchen, das ist nun ein Wintermärchen», sagte Brand. Belohnt wurde die deutsche Mannschaft mit 100.000 US-Dollar (rund 77.200 Euro) Preisgeld, das unter den Spielern aufgeteilt werden soll. An die Polen zahlte der Weltverband IHF für den zweiten Platz 60.000 Dollar.

Bärenstarker Fritz

Angetrieben von Gesang und Sprechchören aus tausenden Kehlen erwischte die deutsche Mannschaft angeführt vom bärenstarken Henning Fritz einen Blitzstart. Schon nach elf Minuten hatte der Schlussmann vom deutschen Meister THW Kiel fünf schwere Bälle pariert. Die leichten Ballgewinne nutzte der glänzend eingestellte Gastgeber zu Tempogegenstößen. Bis zum 8:3 (11.) konterten Torsten Jansen und Co. gleich vier Mal aus.

Überraschend startete der Gastgeber mit dem Göppinger Shooting- Star Michael Kraus als Spielmacher. Dank seiner dynamischen Spielweise übte die deutsche Mannschaft ständig Druck auf die polnische Abwehr aus und strahlte von allen Positionen fortwährend Torgefahr. Überragend agierte erneut die von Abwehrchef Oliver Roggisch glänzend organisierte Defensive.

Weltmeister von 1978

Vor allem der Magdeburger schien an allen Brennpunkten gleichzeitig zu sein. So war der wurfgewaltige polnische Rückraum mit den Magdeburger Bundesliga-Akteuren Karol Bielecki und Grzegorz Tkaczyk sowie Marcin Lijewski von der SG Flensburg-Handewitt über weite Strecken zur Wirkungslosigkeit verurteilt.

Im Beisein zahlreicher Spieler aus der Weltmeister-Mannschaft von 1978, von denen Kurt Klüspies am Sonntag seinen 55. Geburtstag feierte, brannte die DHB-Auswahl ein handballerisches Feuerwerk ab. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem Einsatz begeisterte sie die Anhänger auch im 50. Vergleich mit Polen. Nach dem 11:8 (19.) löste Kapitän Baur den ausgepumpten Kraus ab und führte sein Team zum 17:13- Halbzeitstand.

Fritz verletzt

Wie entfesselt startete das DHB-Team auch in den zweiten Durchgang und enteilte auf 20:14 (34.). Doch dann stockte den Zuschauern und Spielern der Atem: Bei einer gelungenen Parade verletzte sich Torhüter Fritz an der rechten Wade, musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Platz getragen werden und konnte nicht mehr mitwirken. Für ihn kam der Magdeburger Johannes Bitter ins Tor.

Die deutsche Mannschaft ließ sich davon nur kurz beeindrucken, spielte weiter wie aus einem Guss und Pascal Hens erhöhte gar auf 21:14 (38.). Danach jedoch offenbarte der Gastgeber große Konzentrationsschwächen im Angriff und fand kaum noch ein Mittel gegen die sich steigernde polnische Verteidigung. Weil der deutschen Offensive nur ein Treffer gelang, schmolz der Vorsprung binnen kürzester Zeit auf 22:21 (45.) zusammen. Angefeuert von den 19.000 raffte sich die DHB-Auswahl noch einmal zu einer Energieleistung auf. (nz)





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