Glück für Russland, Kroatien stark
28.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Glück für Russland, Kroatien stark
Nur knapp hat sich die russische Auswahl für das WM-Viertelfinale qualifizieren können. Olympiasieger Kroatien ließ sich im letzten Hauptrunden- Gruppenspiel auch vom Titelverteidiger nicht stoppen.
Der viermalige Olympiasieger Russland hat bei der Handball-Weltmeisterschaft das letzte Viertelfinal-Ticket nur mit viel Glück ergattert. «Ich denke, wir müssen eher Gott danken, als irgendjemand anderem», sagte Trainer Wladimir Maximow am Sonntag nach dem Herzschlagfinale von Mannheim.
Ungarn «sehr enttäuscht»Während sich Olympiasieger Kroatien (10:0 Punkte), Dänemark (6:4) und Spanien (6:4) die Viertelfinal-Teilnahme souverän sicherten, gewannen die Russen mit 26:25 gegen die Ungarn und retteten sich dank des besseren Direktvergleiches in Gruppe 2 auf Platz vier. Beide Mannschaften hatte nach der Hauptrunde 4:6 Punkte auf ihrem Konto. «Wir sind sehr enttäuscht», sagte dagegen Ungarns Trainer Laszlo Skaliczky.
Die Dänen erkämpften im letzten Hauptrundenspiel einen 33:29- Erfolg über Tabellenschlusslicht Tschechien und gingen so dem Nachbarschafts-Duell mit Gastgeber Deutschland aus dem Weg. Das DHB- Team muss nach dem Sieg der Dänen am Dienstag als Zweiter der Gruppe 1 gegen Titelverteidiger Spanien antreten. Sollte Deutschland dieses Spiel gewinnen, wäre Olympiasieger Kroatien oder Europameister Frankreich der Gegner im Halbfinale. Die beiden anderen ebenfalls am Dienstag anstehenden Viertelfinal-Begegnungen bestreiten Island und Dänemark sowie Russland und Polen.
Direkter VergleichPolen verdrängte Deutschland am Sonntag noch auf Platz zwei der Hauptrunden-Gruppe 1. Das Team von Trainer Bogdan Wenta gewann 38:27 (17:13) gegen Slowenien und beendete die Runde ebenso wie die DHB- Mannschaft mit 8:2 Punkten. Der direkte Vergleich, den die Polen in der Vorrunde 27:25 für sich entschieden hatten, gab den Ausschlag für den überraschenden Erfolg des WM-Dritten von 1982 in der Gruppenphase. «So weit vorne hatte uns sicherlich keiner erwartet», sagte Wenta, der im Handball-Alltag den SC Magdeburg betreut.
Noch erfolgreicher spielte nur der große Titelfavorit Kroatien. Der Olympiasieger sicherte sich in Mannheim den Gruppensieg ohne Punktverlust durch einen 29:28-Erfolg über Spanien. Lange deutete alles darauf hin, als ob die Kroaten dem Duell gegen den in der Deutschland-Gruppe lediglich viertplazierten Europameister Frankreich aus dem Weg gehen wollten. Zur Pause lag das Star-Ensemble 11:16 zurück, drehte dann aber zur allgemeinen Verblüffung doch noch auf. Damit kommt es bereits in der Runde der letzten Acht zum Handball-Schlager zwischen dem Olympiasieger und dem Europameister. Frankreich beendete die Hauptrunde mit einem 28:26 über Tunesien.
Schlusslicht AustralienWM-Letzter wurde Australien: Die Mannschaft vom fünften Kontinent verlor am Sonntag in Dortmund das Spiel um Platz 23 gegen Katar mit 22:36 (14:15). Schon bei der WM 2005 in Tunesien und der WM 1999 in Ägypten hatte Australien nur den 24. Rang belegt und war auch bei den Olympischen Spielen 2000 Letzter geworden. (nz)