24.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Florian Kehrmann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
DHB-Trainer Heiner Brand hatte im ersten Hauptrunden-Spiel bei der WM den «unbedingten Willen zum Sieg» gefordert. Die Ansprache fruchtete - worauf sein slowenischer Kollege komplett ausrastete.
Mit einer erstmals überzeugenden Leistung sind die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft erfolgreich in die Hauptrunde gestartet. In der Neuauflage des EM-Finals von 2004 bezwang die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand am Mittwoch in Halle/Westfalen Slowenien mit 35:29 (17:14) und glich das Punktekonto damit wieder aus. Durch die Vorrundenniederlage gegen Polen war der WM-Gastgeber, der wieder mit «Oldie» Christian Schwarzer antrat, mit 0:2 Punkten in die Zwischenrunden-Gruppe 1 gegangen.
Aufmerksame DeckungAngetrieben von der schwarz-rot-goldenen Party-Stimmung der 11.000 Zuschauer fand vor allem Rückraum-Ass Hens (9 Tore) zur ersehnten Form. Zudem bot Torhüter Henning Fritz (Kiel) hinter der aufmerksamen Deckung seine beste Turnier-Leistung. Der Magdeburger Jahannes Bitter hielt nicht weniger schlecht. Und Kapitän Florian Kehrmann aus Lemgo überzeugte abermals mit acht Treffern. Nächster Gegner in der Hauptrundengruppe 1, aus der sich die vier Erstplatzierten für das Viertelfinale qualifizieren, ist an diesem Donnerstag (16.30 Uhr/ZDF) in Dortmund der WM-Vierte Tunesien, der den Auftakt gegen Island mit 30:36 verpatzte.
«Die Mannschaft hat den unbedingten Willen zum Sieg gezeigt. Das hatte ich gefordert. Wir haben eine sehr gute Partie geboten. Aber morgen erwartet uns ein schweres Spiel, denn wir haben heute viel Kraft gelassen», sagte Bundestrainer Heiner Brand. Erstmals im Verlaufe der WM setzte die Mannschaft Brands Forderung um, im Angriff mit mehr Geduld zu agieren. So spielte der Gastgeber seine Kombinationen in Ruhe aus, um die für die Torwürfe notwendigen Räume zu erarbeiten. Zudem demonstrierte der Gastgeber lang vermissten Teamgeist. Das Prunkstück im ersten Durchgang war die Abwehr, in der endlich nicht nur Defensivspezialist Oliver Roggisch beherzt zupackte.
Erfolgreichster slowenischer Torschütze war trotz Muskelproblemen Siarhei Rutenka (15/5). Seinen Trainer Kasim Kamenica konnte das allerdings auch nicht besänftigen. «Das Spiel ist eine Schande für den Weltverband IHF und den Deutschen Handballbund», schimpfte der Slowene, der sich von den norwegischen Referees «verpfiffen» fühlte.
Schwarzer spielt den MotivatorDer früh mit zwei Zeitstrafen belastete Magdeburger wurde über weite Strecken von «Oldie» Christian Schwarzer ersetzt. Der Lemgoer Kreisläufer feuerte seine Nebenleute unentwegt an und riss sie mit. Dabei warf der 37-Jährige all seine Erfahrung in die Waagschale. Zugleich setzte Schwarzer im Angriff Akzente und warf zwei Tage nach seiner Nachnominierung für den weiter verletzten Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) seinen ersten WM-Treffer zum 8:5 (19.) und kam insgesamt auf vier Tore.
In der Neuauflage des EM-Finales von 2004 ließ sich der Gastgeber nicht vom 1:2-Rückstand (3. Minute) beirren. Vielmehr jagte der WM- Gastgeber den Slowenen den knappen Vorsprung wieder ab und enteilte beim 6:3 (12.) erstmals auf drei Tore. Fortan beherrschte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Partie und setzte sich bis auf 12:6 (21.) ab.
Slowenien, das schon im EM-Endspiel 2004 das Nachsehen hatte, ließ jedoch nicht locker. Vor allem Rückraum-Ass Siarhei Rutenka hielt mit seinen Treffern die Gäste im Spiel und sorgte dafür, dass die deutsche Mannschaft nur mit einer 17:14-Führung in die Pause ging.
Engagierte SpielweiseAuch nach Wiederanpfiff ließ das DHB-Team nicht nach und setzte Slowenien unter Druck. Mit ihrer engagierten Spielweise beeindruckte der Olympia-Zweite die Slowenen. Selbst in Unterzahl kassierte das Brand-Team kaum Gegentore. Lohn dafür war die 29:23-Führung in der 50. Minute, mit der die Vorentscheidung gefallen war. Ohne sich eine Schwäche zu leisten, kamen die von den Fans frenetisch gefeierten deutschen Handballer zum erhofften Auftaktsieg in der Hauptrunde. (nz)