Franzosen fordern isländische Mentalität
Von Island gedemütigt hat Handball-Europameister Frankreich seinen Weltmeisterschafts-Alptraum erlebt. «Wir sind vom Gegner in den ersten zehn Minuten K.o. gehauen worden, und sie haben uns nicht wieder aufstehen lassen», sagte «Les Bleus»-Coach Claude Onesta nach der 24:32-Schmach, die zugleich den sicher geglaubten Gruppensieg bei der Handball-Weltmeisterschaft kostete.
Der Gummersbacher Trainer hatte an früherer Wirkungsstätte in Magdeburg an die Ehre seiner Spieler appelliert. Ein Sieg musste her, sonst wäre den Nordländern der WM-Zug schon nach der Vorrunde davon gefahren. «Ein Satz reichte, dann war unsere isländische Mentalität wieder da», betonte der für Ademar Leon spielende frühere Magdeburger Sigfus Sigurdsson. Der Mindener Snorri Gundjonsson meinte: «Wichtig war, dass wir an uns geglaubt haben und wieder aufgestanden sind.»
Doch erst einmal hat der Coach andere Sorgen, denn sicher ist er sich über die Qualitäten seiner Mannschaft nicht mehr: «Wir wollen nicht über andere Mannschaften nachdenken, unser Problem ist das eigene Team, das müssen wir erst mal ordnen.» Kollege Gislason macht dem ins Trudeln geratenen Europameister Mut und glaubt weiter an die Favoritenstellung der Franzosen. «Sie haben zum richtigen Zeitpunkt eine auf dem Kopf bekommen, ich beneide ihren nächsten Gegner nicht.»
Die glänzende Ausgangsposition des Geheimfavoriten hat laut Olafur Stefansson aber nicht viel zu sagen: «Wir spielen wie das isländische Wetter: mal wie Sonnenschein - mal wie Regen.» Der überragende Torhüter Birkir Gudmundsson vom TuS Lübbecke ist in der Prognose mutiger: «Wenn wir so weiter spielen, kann uns keine Mannschaft schlagen.» Und Torjäger Gudjon Valur Sigurdsson vom Rekordmeister VfL Gummersbach meint: «Alles nur Kopfsache». (dpa)
