Brand sieht keinen Grund zum Hadern
22. Jan 2007 18:51, ergänzt 22:24
 |  Markus Baur (r.) wird von Krzystof Lijewski gestoppt. | | Foto: dpa |
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Mit der Hypothek von 0:2 Punkten startet die deutsche Handball- Auswahl nach der Niederlage gegen Polen in die Hauptrunde. Aber Bundestrainer Heiner Brand hat an seinen Spielern nichts auszusetzen.
Die deutsche Nationalmannschaft geht nach der ersten Turnier-Niederlage mit einem Handicap in die Hauptrunde ihrer Heim-Weltmeisterschaft. Im Endspiel um den Sieg in der Vorrundengruppe C verlor der Gastgeber am Montag trotz großen Kampfes und lautstarker Unterstützung im ostwestfälischen Halle gegen Polen mit 25:27 (12:14). Dadurch verschenkte der EM-Fünfte am Montag die ideale Ausgangsposition und muss nun mit der Hypothek von 0:2 Punkten in die zweite Turnierphase starten. Auftaktgegner ist am Mittwoch (17.30 Uhr/ARD) erneut in Halle Slowenien. Der EM-Zweite von 2004 setzte sich gegen Tunesien mit 34:27 (16:14) durch und sicherte sich den Sieg in der Gruppe A.
Schwarzer umjubelt
«Es gibt keinen Grund mit dem Spiel zu hadern. Und ich kann auch nicht sagen, dass ich unzufrieden bin», sagte Bundestrainer Heiner Brand. «Wir wissen um die Schwierigkeiten, ins Viertelfinale zu kommen. Aber wir haben noch vier Spiele, von denen wir zwei gewinnen müssen. Natürlich sind die Spieler jetzt enttäuscht, aber das wird heute Abend schon wieder weg sein.» Im ausverkauften «Hexenkessel» Gerry Weber Stadion mit 11.000 Zuschauern gab der am Vortag in einer Nacht- und Nebenaktion nachnominierte Christian Schwarzer vom TBV Lemgo nach 825 Tagen ein umjubeltes Comeback in der Nationalmannschaft. Der Kreisläufer ersetzte den wegen einer Wadenverletzung pausierenden Andrej Klimowets aus Kronau/Östringen. Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war an seinem 36. Geburtstag Kapitän Markus Baur (Lemgo/6/5). Nach einem bösen Foul sah der Kapitän allerdings in der 56. Minute die Rote Karte, so wie der Magdeburger Oliver Roggisch nach seiner dritten Zeitstrafe (51.). Für Polen trafen Karol Bielecki (Magdeburg/6) und Marius Jurasik (Kronau/Östringen/6) am besten.
Bitter kannte viele der Polen Brand vertraute erstmals während des Turniers Johannes Bitter als Torhüter in der Startformation, der gemeinsam mit den Polen Bartosz Jurecki, Karol Bielecki und Grzegorz Tkaczyk unter deren Nationaltrainer Bogdan Wenta beim SC Magdeburg spielt. «Das ist ein Option. Auf der anderen Seite kennen die ihn natürlich auch sehr gut», hatte Brand vor übertriebenden Erwartungen gewarnt. Seine Ahnungen bestätigten sich. Bitter bekam keinen Ball zu fassen und wurde in der 17. Minute gegen Stammtorhüter Henning Fritz (Kiel) zunächst wieder ausgetauscht. Doch nicht allein die Schlussleute fanden im ersten Durchgang nicht richtig in die Partie. Der robuste polnische Rückraum stellte die deutsche Abwehr immer wieder vor Probleme. Im Angriff fand der Gastgeber oft kein rechtes Mittel gegen die aufmerksame und aggressive Deckung der Polen. An seinem 36. Geburtstag fehlte es dem vom Siebenmeterpunkt gewohnt zuverlässigen Spielmacher Baur an Esprit und Ideen, um das Bollwerk zu knacken. So wogte das Spiel hin und her. Der 5:4-Führung (10. Minute) der DHB- Auswahl folgte der 7:8-Rückstand (17.). Und in den Schlussminuten der ersten Halbzeit schien dem Hausherren das Spiel gänzlich aus den Händen zu gleiten.
Jurasik trifft nach Belieben Auch Alt-Star Christian Schwarzer, der nach dem verlorenen olympischen Finale vor zweieinhalb Jahren eigentlich zurückgetreten war, konnte nach seiner Einwechslung in der 28. Minute nicht mehr verhindern, dass der EM-Fünfte zur Pause mit 12:14 hinten lag. Im zweiten Durchgang blieb die erhoffte Steigerung zunächst aus, weil die Abwehr viel zu passiv agierte. Polens Rückraumspieler und Rechtsaußen Jurasik trafen nach Belieben und hielten so die deutsche Mannschaft auf Distanz. Doch die DHB-Auswahl bewies Kämpferqualitäten. Mit dem Mut der Verzweiflung und einem erstarkten Bitter im Tor jagte der Gastgeber den Polen ihren Vorsprung ab. Beim 22:20 (49.) führten Baur und Co. erstmals mit zwei Treffern und wurden vom Publikum schon frenetisch gefeiert. Doch in der hektischen Schlussphase drehten die Polen noch einmal auf und ließen der deutschen Mannschaft keine Chance. (nz)
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