Nächtlicher Anruf bei Schwarzer
22. Jan 2007 15:14
 |  Christian Schwarzer | | Foto: dpa |
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«Heiner, auf deinen Anruf habe ich schon gewartet», hat Christian Schwarzer auf den nächtlichen Anruf des Bundestrainers geantwortet. Die Rückennummer des nachnominierten Kreisläufers wird die seines NBA-Freundes sein.
Christian Schwarzer ist in die Handball-Nationalmannschaft zurückgekehrt. 825 Tage nach seinem Abschiedsspiel am 19. Oktober 2004 streift der Kreisläufer vom TBV Lemgo im letzten WM-Vorrundenspiel voraussichtlich nicht nur für das Aufeinandertreffen mit Polen wieder das Nationaltrikot über - auf eigenen Wunsch mit der Rückennummer 41, die auch sein Freund Dirk Nowitzki in der amerikanischen Basketball-Profiliga trägt. Der nächtliche Hilferuf des Bundestrainers kam für ihn nicht überraschend: «Ich habe ihm gesagt, Heiner, auf deinen Anruf habe ich schon gewartet.»
Nur als Aushilfe dabei
Brand hatte wenig Mühe, den Europameister von 2004 für die Rolle als Aushilfs-Kreisläufer zu begeistern. «Wenn man sieht, was in den Hallen los ist, freut man sich, nochmal auflaufen zu dürfen», sagte Schwarzer. Noch ist nur an eine kurze Stippvisite des nun ältesten Spielers des WM-Turniers gedacht: Wird der verletzte Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) rechtzeitig wieder fit, will der 37-Jährige das weitere WM-Geschehen von Donnerstag an wieder als Fernsehkommentar begleiten - wie schon beim Spiel gegen Brasilien und Argentinien. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass Klimowets schon zum Hauptrundenbeginn am Mittwoch wieder zur Verfügung steht.
Brand: Eine logische Entscheidung Bereitwillig packte der 302-malige Nationalspieler, den Brand schon vor Wochen wohlweislich in seinen erweiterten 28er-Kader berufen hatte, seine Sporttasche und zog am Montag um 9.45 Uhr in das Mannschaftsquartier in Halle/Westfalen ein. Nach dem Ausfall von Klimowets, der sich am Sonntag beim Aufwärmen eine Wadenverletzung zugezogen hatte, machte der Bundestrainer von seiner Option Gebrauch. Zweifel, dass es dem Nachrücker an der nötigen Fitness mangeln könnte, hegt Brand nicht: «Wenn man so gut ist wie Christian Schwarzer, kann man das. Es war eine konsequente und logische Entscheidung. »Die überraschende Maßnahme des Bundestrainers, zu WM-Beginn nur 15 statt der erlaubten 16 Spieler zu nominieren, erwies sich im Nachhinein als geschickter Schachzug. Nur deshalb war es ihm möglich, noch am Abend vor dem Gruppen-Endspiel gegen Polen in aller Eile einen Spieler nachzunominieren. Nur eine Minute vor dem Ende der Meldefrist um 22.00 Uhr legte DHB-Pressechef Charly Hühnergarth die erforderliche Meldung beim Weltverband (IHF) vor. «Heiner war auch ein bisschen überfordert, weil es so schnell gehen musste», sagte Schwarzer, «er hat mich erst informiert, als die Meldung schon abgegeben war.» Von einer optimalen Vorbereitung kann für den 302-maligen Nationalspieler nicht die Rede sein. Als seine Mitstreiter im Trainingslager am Ammersee reichlich Schweiß vergossen, besuchte Schwarzer zusammen mit Freunden den Basketballer Dirk Nowitzki auf Einladung bei einem NBA-Spiel in den USA. Von einer reinen Herrentour mit hoher Vergnügungsfaktor wollte Schwarzer jedoch nicht sprechen: «Ich war auch in Dallas auf dem Laufband.»
Auch Zerbe überrascht Von der Nachnominierung wurde auch Volker Zerbe überrascht. Schwarzers langjähriger Mitstreiter und neuer Vereinstrainer musste bei der morgendlichen Übungseinheit in Lemgo auf seinen Kreisläufer verzichten. Doch das konnte er locker verschmerzen: «Das ist natürlich eine Riesensauerei, wenn der Bundestrainer mir meine Spieler wegholt - aber Scherz beiseite. Natürlich freue ich mich für Christian, dass er die Chance erhält, bei dieser tollen WM nochmals spielen zu dürfen.» (nz)
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