21.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Acht Mannschaften in WM-Hauptrunde
Neben Deutschland und Polen haben sich sechs weitere Handball- Nationalmannschaften in der WM-Vorrunde durchgesetzt. Einige Skandinavier müssen noch bangen.
Titelverteidiger Spanien, Olympiasieger Kroatien, Slowenien, Ungarn, Afrika-Meister Tunesien und Tschechien haben neben Gastgeber Deutschland und Polen bei der Handball-Weltmeisterschaft die Hauptrunde bereits erreicht. Der dreimalige Titelträger Russland Dänemark und Norwegen sowie Geheimfavorit Island müssen dagegen um das Weiterkommen bangen.
In Kiel löste der Olympia-Vierte Ungarn mit Siegen über Dänemark (30:29) und Norwegen (25:22) das Hauptrundenticket als Gewinner der Gruppe E überraschend souverän. Nach der Samstags-Pleite gegen die Ungarn gewannen die Dänen vor 9000 Zuschauern gegen Angola mit 39:20 (18:12). Norwegen hatte am Vortag mit 41:13 gegen die Afrikaner gewonnen. In der Handball-Hochburg Ostseehalle kommt es damit am Montag zu einem «Endspiel» der Dänen und Norweger um das Weiterkommen.
Kantersieg für SpanienIn Gruppe D in Bremen kam Spanien einen Tag nach dem mühsamen 33:29 gegen Ägypten in Schwung und feierte beim 41:18 gegen Katar einen Kantersieg. Dank seiner Bundesliga-Legionäre zog danach auch Tschechiens Handball-Auswahl durch ein 31:30 (17:17) gegen Ägypten in die Hauptrunde ein. Für die unglücklich agierenden Afrikaner platzte hingegen der Traum von WM-Platz acht. «Das war ein unglaubliches Spiel. Wir haben ein starkes Herz gezeigt und schlau gespielt», sagte Trainer Pavel Pauza nach dem Handball-Drama vor 4600 Zuschauern.
In Gruppe B erteilte Titelfavorit Frankreich den Australiern beim 47:10 eine Handball-Lektion. Der Europameister steht damit fast sicher in der Hauptrunde. Geheimfavorit Island dagegen leistete sich 7400 Zuschauern in Magdeburg eine überraschende 29:32 (13:12)- Niederlage gegen die Ukraine. Zum Weiterkommen benötigen die Isländer um den Gummersbacher Bundesliga-Trainer Alfred Gislason am Montag nun einen Sieg gegen die noch ungeschlagenen Franzosen. «Die Enttäuschung ist groß», gab Gislason zu. «Wir haben einen großen Schritt gemacht», sagte Ukraine-Coach Sergej Kuschniriuk.
Russland muss sich steigernIn Gruppe F in Stuttgart kam Olympiasieger Kroatien durch ein 41:23 (20:9) über Südkorea frühzeitig weiter. Russland rehabilitierte sich zwar für das Unentschieden gegen die Asiaten, doch der dreimalige Titelträger muss trotz des 35:19 (15:7)-Kantersiegs gegen Außenseiter Marokko um das Weiterkommen zittern und im letzten Spiel gegen Kroatien einen Punkt holen. «Wir haben uns gesteigert, aber diese Leistung wird gegen Kroatien nicht reichen», sagte Cheftrainer Wladimir Maximow.
Die mit zwei Siegen gestarteten Kroaten zeigten vor 5900 Zuschauern eine Gala-Vorstellung. Mit faszinierenden Kombinationen und höchster Konzentration beim Abschluss kaufte der WM-Favorit den Südkoreanern den Schneid ab. «Mein Team hat wirklich gut gespielt - dynamisch und sehr attraktiv», sagte Trainer Lino Cervar.
In Wetzlar in Gruppe A deklasierten die hoch gehandelten Tunesier den Außenseiter aus Grönland. In der einseitigen Vorrundenpartie gewannen die Nordafrikaner mit 36:20 (17:4). «Wir wollen nach Köln ins Viertelfinale», kündigte Trainer Sead Hasanefendic an. Auch Slowenien gab sich vor 5000 Zuschauern im zweiten Spiel keine Blöße. Der Vize-Europameister von 2004 gewann gegen Außenseiter Kuwait mit 33:23 (17:11). Am Montag treffen Slowenien und Tunesien im Entscheidungsspiel um den ersten Platz aufeinander. Ein ganz wichtiges Spiel, denn das Ergebnis gegen die Mannschaft aus der eigenen Vorrundengruppe wird in die Hauptrunde mitgenommen. Auch deshalb will Deutschland in Gruppe C gegen Polen unbedingt gewinnen.
In Kiel in Gruppe E löste Dänemark vor 9000 Zuschauern nach der überraschenden Samstags-Pleite gegen Ungarn die Pflichtaufgabe gegen Angola mit einem 39:20 (18:12) und darf wieder hoffen. Gegen Norwegen am Montag müssen die Dänen gewinnen, um noch Chancen auf die Hauptrunden-Qualifikation zu haben. (nz)