Deutsche Handballer spielen befreit auf
21. Jan 2007 18:58, ergänzt 23:47
 |  Michael Haaß zeigt den Kempa-Trick und trifft im Flug. | | Foto: AP |
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Im WM-Vorrundenspiel gegen Argentinien hat sich die deutsche Mannschaft souverän präsentiert. Das anstehende Spiel gegen Polen «wird für uns ein Meilenstein», kündigte Kapitän Baur an.
Mit einer überzeugenden Länderspiel- Premiere gegen Argentinien sind die deutschen Handballer in die Hauptrunde der Weltmeisterschaft eingezogen. Zwei Tage nach dem 27:22 im Auftaktspiel gegen Brasilien feierte der Gastgeber am Sonntag in Halle/Westfalen ein 32:20 (17:11)-Torfestival gegen das andere Team aus Südamerika und trifft nun im Showdown um den Sieg in der Gruppe C an diesem Montag (17.00 Uhr/ARD) auf Polen, das sich gegen Brasilien mit 31:23 (15:13) durchsetzte und gleichfalls nach zwei Vorrunden- Spielen ohne Punktverlust ist.
Brands Mannschaft legte ihre Nervosität vom mühseligen Einstand ab und spielte sich frei. Dennoch fand der Bundestrainer Ansatz zu Kritik. «Die Beinarbeit ist noch nicht gut», monierte er. «Es gibt noch Steigerungsbedarf in allen Bereichen. Die Mannschaft hat zu wenig Geduld.» Auch die 11.000 Zuschauer im ausverkauften Gerry Weber Stadion hatten wenig Geduld, sie feierten schon zur Pause die Heimmannschaft mit Gesängen und bejubelten Christian Zeitz (Kiel/5) und Sebastian Preiß (Lemgo/5) als beste deutsche Torschützen. Kapitän Markus Baur vom TBV Lemgo war hochzufrieden: «Wir sind mit zwei Siegen in das Turnier gestartet. Das ist sehr wichtig. Das Spiel gegen Polen wird für uns ein Meilenstein auf dem Weg in das Viertelfinale.» Und der Kieler Dominik Klein gab kurz und knapp die Devise aus: «Gegen Polen geht es um den heißen Brei.» Verzichten musste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in ihrem zweiten Vorrundenspiel auf Michael Kraus wegen eines grippalen Infektes. Für den Spielmacher von Frisch Auf Göppingen kam Michael Haaß von der SG Kronau/Östringen in der 40. Minute zu seinem ersten WM-Einsatz. Auch ein «Medikamenten-Cocktail» hatte nicht geholfen, Kraus rechtzeitig fit zu bekommen.
Schon wieder Klimowets Wade Zudem war als Sofortmaßnahme Kreisläufer Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) aus dem gemeinsamen Hotelzimmer in ein Einzelzimmer umgezogen. Doch auch schützte die DHB-Auswahl nicht vor erneutem Verletzungspech. Denn beim Aufwärmen musste Klimowets wegen des Verdachts auf einen Muskelfaserriss in der rechten Wade passen. Zunächst hatte die deutsche Mannschaft wie schon gegen Brasilien einige Probleme mit den beherzt auftretenden Argentiniern. Die rasche 2:0-Führung (4. Minute) war beim 4:4 (11.) wieder aufgebraucht. Allerdings ließ sich der Gastgeber davon keineswegs beirren. Mit einer noch im Eröffnungsspiel schmerzlich vermissten Souveränität setzten die Mannen um Kapitän Markus Baur (Lemgo) die Akzente. Nach der dünnen 9:8-Führung (19.) steigerten sich die Abwehr und Torhüter Henning Fritz (Kiel), so dass die «Gauchos» immer weniger zum Zuge kamen. Die Ballgewinne nutzte der EM-Fünfte, um sich Tor um Tor abzusetzen. In der Schlussphase des ersten Durchganges sorgten die engagierten Gastgeber mit drei Kontertoren für einen komfortablen 17:11-Vorsprung zur Pause.
Munter durchgewechselt Nach Wiederanpfiff setzte der Favorit seinen konzentrierten Auftritt fort. Als der Nordhorner Holger Glandorf in seinem 50. Länderspiel zum 20:11 (37.) traf, war der Widerstand der Argentinier gebrochen. Angesichts der souveränen Führung beim 23:12 (40.) wechselte Brand munter durch, um für das Entscheidungsspiel gegen Polen die Kräfte seiner Stammformation zu schonen. So spielte bis auf Rechtsaußen Florian Kehrmann (Lemgo) anschließend nur noch die zweite Garnitur. Doch auch die Ergänzungsspieler hatten gegen die Südamerikaner keine Mühe, einen überlegenen Erfolg sicher zu stellen. (nz)
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