Kehrmann hat keine Angst mehr
Florian Kehrmann saß auf der Couch, schaute auf seine linke Hand - und mit ihm blickten zehn weitere Augenpaare bange auf die gleiche Stelle. «Es funktioniert alles», sagte der Rechtsaußen und erntete erleichtertes Aufatmen bei den Umstehenden. Damit war endgültig klar, dass der Lemgoer fit ist für die Heim-Weltmeisterschaft. Im letzten WM-Test am 13. Januar gegen Ägypten stellte er dies in München mit drei Treffern unter Beweis. «Für mich war es ein schönes Gefühl, wieder zu spielen», bekannte der 29-Jährige.
Seit ihm die Ärzte Grünes Licht gegeben haben, schwebt der Dressman im deutschen Team mit Blick auf die WM auf Wolke sieben. «Seither gibt es nur Freude. Für mich ist das alles ein großes Ereignis», sagte der Hobby-Golfer. Allerdings hat er für seinen Traum von der Teilnahme an der Heim-WM auch viel riskiert. Schon 41 Tage nach der Operation lief er im letzten Bundesliga-Spiel 2006 bei der 28:29-Niederlage gegen Minden wieder für Lemgo auf. «Es war vielleicht nicht gut zu spielen. Wenn da was kaputt gegangen wäre, wäre ich der dümmste Kerl gewesen», bekannte er.
Vom Klub-Handball ist er aber derzeit gedanklich weit entfernt. Nur die WM zählt. «Das Kribbeln ist da. Wir genießen jetzt schon den Hype», gab Kehrmann zu. Und der Anspruch ist hoch. «Mein Ziel ist das Halbfinale. Das beinhaltet auch die Chance, den Titel zu gewinnen», sagte Kehrmann und wiederholte zur Bekräftigung: «Das Ziel ist der Titel.» Und falls es gelingt, das Endspiel in Köln am 4. Februar zu erreichen, haben die Gastgeber noch eine Überraschung parat. «Wir haben noch Geheimspielzüge für das Finale», scherzte er. (dpa)
